Donnerstag, 30. April 2015

Mein Trivial Pursuit
Vorurteile haben ist nicht schwer..

...COOL zu bleiben dagegen sehr!

Sie sind die bemitleidenswerten Robin Hoods der Moderne: Die Rächer der Entehrten. Nur, dass heute in 2015 niemand so richtig auf deren Rache steht. Die meisten Leute mögen ihre Stadt, wie sie ist. Das bezieht den Laden nebenan, den Garten, die Fensterscheiben im Haus und natürlich das Auto mit ein. Man hat sich in diesem äußerst ungerechten Leben eingerichtet, irgendwie häuslich...da muss das mit der Rache auch passen.

Ich verstehe die Leute nicht, die mit Vandalismus die Welt verändern wollen. In Südafrika ziehen sie mit Macheten durch die Stadt (und benutzen sie!), in Baltimore mit Steinen, in Berlin mit Streichhölzern und Brennflüssigkeit. Sie stecken die Autos der Schwaben an, plündern die Läden der Weißen und Asiaten (hä?) und schlachten die Nachkommen der Apartheidler...und Touristen. In einer Welt, die so aufgeklärt und facettenreich ist, so viele Möglichkeiten bietet, wie die unsere, kommen die sprachlosen Zuschauer im WWW nicht mehr aus dem fassungslosen Staunen heraus, der ein oder andere geistig Verirrte findet gut, was da passiert, die Mehrheit aber schüttelt den Kopf: Zurecht!

Denn JEDER hat Vorurteile. Ob religiös, kulturell, hierarchisch, akademisch, beruflich, alters - und geschlechtsspezifisch, stilistisch, intellektuell usw. Wer deshalb loszieht, um anderen das Fell über die Ohren zu ziehen, muss sich zurecht der kritischen Frage stellen, ob das nicht auch ein radikaler Akt ist, seine Vorurteile auszuleben - gegen Leute mit Vorurteilen. Die, die gegen die EZB, die PEGIDA, die Schwaben, die Muslime, die Juden, die Ungläubigen, die Reichen, die Mercedesfahrer, die Wohnungseigentümer, die Bauherren, die Polizisten, die Anwälte, die Behörden, die Rechten, die Linken, die Liberalen, die Republikaner, die Elite, die Journalisten, die nackten Aktivisten und all die anderen üblen Menschengruppen auf diesem Planeten aufmarschieren, um mit Gewalt und Angst ihre Andersartigkeit und ihre Lebensentwürfe zu "kritisieren" , in der verqueren Hoffnung, so könnte man erreichen, dass sich etwas (was überhaupt?) ändert (und für wen?) - die kommen mir alle reichlich geistig unterentwickelt vor.

Es gibt Menschen, die wissen, wie das mit Veränderungen geht: Steter Tropfen hölt den Stein. Ein Tsunami ? Eher nicht. Der spült glatt über den Stein hinweg - oder trägt ihn irgendwo anders hin. Wo er dann liegen bleibt. Unverändert. Bringt also nix.

Wer was ändern will, bekommt von mir diesen kostenlosen Tipp, gratis und aus Nettigkeit, einfach als Dankeschön fürs Lesen:

Im Leben zählt, wie viel DU zu deinem Glück beiträgst - wenn du deine Zeit damit vergeudest, andere Menschen unglücklich zu machen, hast du nie genug Zeit, an deinem eigenen Glück zu arbeiten!

Zuletzt noch ein Beitrag von Chris Rock: "How to not get your ass kicked by the police" - ein deutlich jüngerer Chris zu einem aktuell brisanten Thema - warum die Schwarzen in Amerika so viel Stress mit der Polizei haben. Viel Spaß!










Relaxed & Gut! Regel Nr. 5: Perspektivwechsel für die Seele

Ich kenne eine ganze Menge Eltern. Am besten meine eigenen. Und natürlich mich und meinen Mann, Papa von zwei so unfassbar großen Kindern (17 und 15). Und uns alle eint eines: Der Zweifel gut genug zu sein. Ich übe mich bei dieser Frage stets im Perspektivwechsel - das tut mir gut, meiner Seele und vor allem meinem Kind. Geht auch ganz einfach - ich gucke mir nämlich einfach meine Eltern und mich an, ganz objektiv, mal weg von dem "Da hast du mir weh getan" und "Da hast du mich nicht unterstützt". Und das sieht dann so aus:

Meine Eltern haben - wie bestimmt alle - gedacht, dass sie irgendwie Teil meines Lebens sind. Dabei ist es in Wahrheit umgekehrt: Ich bin Teil ihres Lebens. Nicht ich habe sie in mein Leben reingucken lassen, nicht ich habe mich komplett nackt gemacht und all meine Fehler und meine Schwächen vor ihnen ausgebreitet: Sie haben das.
Meine Eltern haben sich mir von all ihren Seiten gezeigt, viele davon dürften sie ziemlich unfreiwillig entblößt haben. Ich fand es auch nicht immer so geil, in ihren Gefühlsstriptease einbezogen zu werden. Ich fand es auch nicht so geil da zur Verantwortung gezogen zu werden, so nach dem Motto "Du kannst ändern, wie ich mich fühle - indem du dich änderst. Aber flott." Da haben meine Eltern anscheinend irgendwie angenommen, dass ich so etwas wie ein Arm bin, den man eben steuern kann. "Greif diese Chance!" - "Lass die Hände davon!" - "Finger weg!" - "Nimms an" - "Nimms nicht an" - Gibs auf!" - "Gib nicht auf!" usw. Wir kriegen als Kinder ne Menge greifbare Aufträge mit - sind ja auch ein paar Jahre lang "die Greifer" unserer Eltern. Irgendwann ziehen wir aus und amputieren unsere Eltern damit ein Stück weit - Arme ab. Fühlt sich bestimmt scheiße an. Was macht man ohne Arme? Mit den eigenen versuchen reinzufunken..."Ich würde das nicht machen" - "Wenn ich du wäre, würde ich die Finger davon lassen" - "Das kannst du doch gar nicht, lass mich das lieber machen" usw. Und jetzt kommt die Erkenntnis aller Erkenntnisse: The door is locked! Tür zu - Arme raus - Finger weg: Das gilt umgekehrt. Wir Kinder, wir sind eben Teil des Lebens unserer Eltern - immer dann, wenn wir wollen. Nicht umgekehrt. Für mich als Kind fühlt sich das vollkommen richtig an - ich weiß nämlich, dass ich nie ein Arm war. Auch kein Fuß oder ein Bauchnabel. Ich war immer ich. Und als ich ausgezogen bin, konnte ich mit mir selbst endlich was anfangen. Okay, ohne Stützräder war der Anfang ne holprige Fahrt, bin ein paar Mal auf die Nase gefallen. Aber egal - war ja ich. War ja meins. War ja nicht fremd gesteuert (oder nur ein bisschen...). Als Mutter fühlt sich das im ersten Moment überhaupt nicht vollkommen richtig an. Woher soll ich wissen, ob ich alles gut mache, wenn mein Kind nicht mein Arm, Bein oder wenigstens kleiner Zeh ist? Ich brauche Rückmeldungen ins Nervenzentrum, dass es meinem Körper also Kind gut geht. Wenn mein Kind in der Welt da draußen verschwindet, krieg ich schlimme Phantomschmerzen. Dann juckt der amputierte Arm, oder tut plötzlich ganz doll weh. Dann ruf ich besorgt an, schreibe Whatsapps oder SMS - und manche Eltern müssen dann erstmal ihren Frust runtermeckern.

Am Ende wissen wir Eltern nämlich nicht, ob wir unsere Sache gut gemacht haben, oder? So ohne Arme - wie soll das gehen?

Ich sags euch: Aus der Perspektive meiner Eltern ist mit Sicherheit so einiges schief gelaufen. Erstmal kam die Feststellung, dass ich allerhöchstens ein Paar Füße war und nicht ein Paar Arme. Und die sind schnurstraks dahin gelaufen, wo meine Eltern mich im Leben nicht hingeschickt hätten. Na und - guckt mal euer Kind an:

Verhungert?
Verwahrlost?
Verdurstet?
Unglücklich?
Verheult?

Die allermeisten Eltern können diese Fragen Gott sei Dank mit "NEIN" beantworten. Der Arm ist nicht verkümmert, er stirbt auch nicht, er leidet nicht an Nekrose. Er ist nicht mehr da. Er war nie da. Das Phantom ist flügge, was bleibt ist das Leben mit den eigenen Armen. Fummelt mit denen dann man nicht so viel bei uns rum - auch wenn es schwer fällt. Ich weiß das, ich bin nämlich auch Mutter. So eine, die so tut, als wenn sie cool wäre - aber manchmal dann doch die Krise kriegt. Und nachguckt, ob ihr schlafender Arm im Bett immernoch atmet, oder ob ich schon den Notarzt rufen muss. Meistens schnarcht mein Arm seelig vor sich hin. Alles gut. Ich kann mir weiter umsonst Sorgen machen.

Die allermeisten Eltern wissen, dass eigentlich nichts Schlimmes passieren kann. Die Kinder haben alle Essentials, die sie brauchen, um ein gutes Leben zu leben. Ein Zuhause, sie liebende Bezugspersonen, eine Ausbildung, gleichaltrige Kollegen um sich herum und eine Perspektive. Wir leben immerhin in Europa und noch dazu in Deutschland. Ich finde, das ist doch schon ganz schön viel. Ich hab mir was Gutes aufgebaut, ein schönes Leben. Und da drin wächst schon die nächste Generation - das hab ich meinen Eltern zu verdanken: Sie haben mir das Nötigste auf jedenfall mitgegeben und dann noch ganz viele Features und Add-Ons dazu gepackt, um die Sache so richtig rund zu machen.

Mein Fazit nach so einem Perspektivwechsel ist: Nach allem, was so war und trotz all der radikalen Menschlichkeit, mit der meine Eltern mir gegenüber getreten sind, habe ich ein tolles Leben - alles gut gegangen also. Wieso sollte das bei MEINEM Kind anders sein?

Ich bin ein guter Mensch, mein Kind hat alles, was es braucht - im Prinzip kann gar nichts schief gehen! Durchatmen - und dran glauben ;-)


Montag, 20. April 2015

Mein Trivial Pursuit
Sag mal, wo kommst du denn her? Von wo anders, bitte sehr!

Männer sind vom Mars und Frauen von der Venus - ein Buchtitel, der für Kopfnicken bei den einen und Krämpfen bei den anderen führt. Die Botschaft des Buches soll sein: Ihr sprecht eine andere Sprache, ihr habt eine andere Kultur, ihr kommt von einem anderen Planeten - kein Wunder, dass ihr euch nicht versteht!

Die Genderspender versuchen, um diese Kommunikationsschwierigkeiten aus dem Weg zu räumen, gleich gänzlich mit so konventionellen Schubladen, wie "Mann" und "Frau" zu brechen. Bestrebt zu vollkommener Verwirrung beizutragen, werden sie nie müde uns auf immer wieder grotesk anmutende Art und Weise davon zu überzeugen, dass es die Mars - Venus Problematik in Wirklichkeit nicht gibt. Alles nur Einbildung. Das Universum besteht aus viel mehr Planeten (tausenden!) - und unsere Gesellschaft besteht aus mehr Geschlechtern (tausenden!). Es gibt schwule Lesben, lesbische Schwule, Menschen, die im falschen Körper geboren worden sind: oder in zwei richtigen. Es gibt eine bunte, große, allumfassende "Ich bin, was ich am liebsten in Wirklichkeit wäre" - Ideologie, die auch schwangeren Frauen erlauben will, nach der Geburt festzuhalten "Aber ich bin hier der Vater". Das Geschlecht, das wir kennen, ist veraltet. Der Penis ist ein soziales Konstrukt, die Vagina auch. Große Busen oder dergleichen existieren nur in unserer Phantasie, sozusagen. Wer sich an ihnen erregt, weil sie zur Frau gehören, ist ungefähr so zurückgeblieben, wie der, der Salat für öko hält nur weil es Salat ist. Nein, Labels werden heute nicht mehr einfach so vergeben und auch sein Geschlecht muss man sich hart erarbeiten, plus die dazugehörige Geschlechteridentität. Wer also als Person mit einem weiblich ausgeprägten Körper und einer Vorliebe für Personen mit einem männlich ausgeprägten Körper ohne heterosexuelle Erfahrung ausgestattet ist, weil man bislang nur schwul - lesbische Liebe kennengelernt hat und sich fragt, wie man eine transkörperliche Libido in einem Körper halten will, um der sozialen Geschlechtermanie zu entkommen - der hat viel Arbeit vor sich! Wer das alles nicht versteht und sich mit Grauen fragt, wie man unter solchen Umständen überhaupt noch eine "normale" Beziehung führen soll, dem sei anvertraut, dass zu einer Beziehung ja noch sooo viele andere Parameter des Misserfolgs gehören, ehe man sagen kann "Ich bin beziehungsunfähig".

Wenn man sich klar gemacht hat, welche Farben in einem welche Emotionen auslösen und nachdem man auch weiß, ob man eher ein Bauch - oder ein Kopfentscheider, oder gar ein Bauch-Kopf-Entscheider ist und wenn man dann noch sagen kann, ob man ein Rechtshänder mit Linkshändergehirn oder ein Linkshänder mit konditioniertem Rechtshändergehirn ist, oder umgekehrt, und wenn man dann noch weiß, ob man eine versteckt traumatische Kindheit hatte, die sich in passiv aggressiver Weise subtil im Alltag bemerkbar macht, weil man zum Beispiel mit brüllenden Kindern schnell überfordert ist, und wenn man dann noch seine Ernährungsvorlieben von lactovegan über fusionhedonistisch bis zu salataberöko auf einen gemeinsamen Nenner runter brechen kann: Der muss sich wirklich keine Gedanken machen! Dann ist mit ihm alles gut und mit der Partnerschaft auch!

Mars und Venus - pah. Heute wissen wir, dass wir von Meteoritenstaub abstammen, der sich vor Jahrmillionen auf der Erde niedergelassen hat und aus dem ungefähr 4000 Geschlechter mindestens hervorgegangen sind, wenn nicht noch mehr. Wer wir sind und wo wir herkommen? Wir sind anders - und von ganz woanders, da kommen wir her. Ganz einfach!

Mittwoch, 15. April 2015

Mein Trivial Pursuit
Frauenquote: Wo sie vermutlich wirklich Sinn macht

Ich bin kein Befürworter der Frauenquote. Aus vielen Gründen. Mein Hauptargument bleibt: Wenn wir Menschen nach dem beurteilen, was sie sind und nicht nach dem, was sie geleistet haben, können und wollen, werden wir immer Quoten benötigen, um Lücken zu schließen, die mit einer veränderten Firmenpolitik oftmals gar nicht erst entstanden wären. Ich bilde mir ein, viele Gründe parat zu haben, weshalb Frauen in der Wirtschaft und vor allem in bestimmten Positionen anteilsmäßig nicht so verteilt sind, wie in der Bevölkerung. Dass das für begehrte Posten ebenso gilt, wie für unbegehrte Posten, wird dabei gewöhnlich unterschlagen - oder wie viele Straßenreinigerinnen, Müllfrauen, Straßenbauarbeiterinnen etc. begegnen uns im Alltag?  Dass die Obdachlosen, Kriminellen und Arbeitslosen in der Gesellschaft umgekehrt ungleich verteilt sind (mehr Männer als Frauen), nimmt niemand in die Berechnungen der Quotendebatte mit rein. Die Männerquote in diesen Bereichen zu senken ist eine Forderung, die man nur extrem selten hört- wenn überhaupt geht es bei dieser Debatte um kulturelle Benachteiligung (Anteil Ausländer bei Kriminellen sehr hoch - ergo: das Problem ist ein kulturelles, oder ein integratives).
Es gibt allerdings einen Bereich in der Berufswelt, wo eine Frauenquote mir als dringend erforderlich erscheint. Alle Bereiche nämlich, in denen viele Menschen darauf vertrauen müssen, dass die kranke Psyche der Person, der sie ihr Leben anvertrauen, keinen Einfluss auf die eigene körperliche Unversertheit hat. Der Germanwings Pilot, der so viele Menschen in den Tod riss, hat die Frauenquotendebatte von neuem angeheizt: Dieses Mal gehe ich mit! Die Vizepräsidentin des Dachverbands für Suizidprävention hat ihr Plädoyer für eine Frauenquote in Berufen, in denen Menschen transportiert werden, bereits gehalten. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine seelisch kranke Frau andere Menschen mit in den Tod reißt, ist verschwindend gering. Bei Männern ist das Gegenteil wahr - während schwere, psychische Störungen bei Frauen zu Arbeitsunfähigkeit führen, führen sie bei Männern zu zwanghafter Handlungsbereitschaft. Während die einen Gewalt und Aggressionen vorrangig gegen sich richten, richten die anderen beides gegen andere - und zuletzt gegen sich. Das macht Männer nicht kränker als Frauen: Aber gefährlicher! Ein seelisch schwer kranker, suizidaler Mann plant, ein Flugzeug mit 149 Menschen an Board in den Tod zu steuern. Was hätte eine seelisch kranke Frau zur selben Zeit in der selben Maschine an seiner Stelle getan? Ich bin mir sicher, und viele Psychologen, die sich derzeit zu Wort melden auch: Nicht dasselbe!
Obwohl ich nach wie vor die Quote generell für eine wenig erfolgreiche Antwort auf die Forderung nach mehr Frauen in bestimmten Berufen halte, bin ich - mangels aktuell einfach umsetzbarer Alternativen - durchaus dafür, dass mehr Frauen in den "Menschenlogistik" - bereich kommen. 6% der Piloten sind weiblich. Unter Umständen ist das ein ernstes Problem.