Montag, 28. Dezember 2015

Relaxed & Gut
SCHÄM DICH ... nicht!

Wie wir uns eigentlich sehen sollten...
Bildquelle: Hier & Ich besitze keine Rechte an dem Bild, bitte Quelle folgen

Heute schreibe ich für eine Freundin. Und für alle Freundinnen und Frauen da draußen, die sich ständig schämen. Sie schämen sich, weil sie keine guten Mütter sind. Weil ihre Ehe oder Partnerschaft schwierig ist. Weil sie nicht (mehr) schön und jung sind. Weil sie keine Energiereserven haben. Weil sie auf Arbeit nicht so performen, wie sie gern würden. Weil sie nicht kochen, sooft sie sollen und auch nicht was sie sollten. Oder weil sie zwar kochen, aber ohne Freude. Weil überhaupt so vieles in ihrem Leben ohne Freude verläuft, dabei haben sie es von außen betrachtet doch ganz gut. Immerhin hungern anderswo Kinder, leben Familien im Gazastreifen, fliehen ganze Generationen von Familien aus Kriegsgebieten. Jammern auf hohem Niveau? Peinlich! Und da schämen sie sich, diese Freundinnen und Frauen. Sie schämen sich und grämen sich und wünschen sich ein einfacheres Leben - ach nein, geht ja nicht, ist ja schon einfach. Ist ja nicht Gaza.

Meiner Freundin möchte ich etwas sagen, und euch da draußen auch, da ihr ja auch die Freundin einer Freundin seid:

Du bist toll! Nicht nur toll, du bist so toll!

Fangen wir bei deinem Muttersein an. Du wärst gern eine bessere Mutter. Geduldiger. Aufmerksamer. Fröhlicher. Du ärgerst dich über dich selbst, du bist frustriert. Manchmal, insgeheim, wünschst du dir, deine Kinder wären ein bisschen anders. Dann müsstest du nicht so viel besser sein, als du bist.
Ich weiß, dass du das nicht sehen kannst. Dass ihr in eurer Ehe es grade, im Moment, nicht sehen könnt. Aber du machst das so toll! Weißt du was? Ich liebe deine Kinder! Du hast zwei so tolle Kinder. Sie sind Frohnaturen, unglaublich robust, nicht jähzornig, nicht nachtragend, sie streiten nicht mit anderen und fast nie miteinander, sie hören auf mich und auf andere, sie sind ausgelassen und können toben, ohne meine Wohnung zu verwüsten, sie sind höflich und quirlig, lieb und anhänglich, verkuschelt und begeisterungsfähig. Ich kann die Liste unendlich weiterführen. Ich will mich nicht bei dir einschmeicheln, ich sehe die Dinge nur, wie sie sind. Für mich.
Es ist schade, dass du deine Kinder und deine Arbeit momentan nicht so würdigen kannst, wie ich. Ich genieße deine Kinder. Ja, sie haben Macken. Ja, sie sind nicht perfekt. Aber weißt du was: Alles was wichtig ist, das haben die zwei! Und zwar in rauhen Mengen. Schäm dich nicht - du hast glückliche, tolle Kinder.
Wir können da das gleiche Konzept anwenden, wie bei Biolabeln: gute Herkunft  macht ein vollwertiges Produkt. Und lieben wir die Bioäpfel nicht grade, weil sie ein paar Dellen und Beulen haben? Weil sie alle so unterschiedlich aussehen? Weil sie diesen einzigartigen, echten Apfelgeschmack haben? So ist das mit deinen Kindern - sie sind wie Bioäpfel. Da steckt viel Liebe und Arbeit drin, und das schmeckt man. Das schmeck ich. Eure Kids sind zuckersüß - gut gemacht!
SCHÄM DICH NICHT!

Weiter: Deine Figur & der Punkt Selbstverwirklichung. Du wärst gern aktiver, würdest gern mehr auf die Beine stellen. Und mehr von den Beinen runterkriegen. Nur leider musst du ja so eine tolle Mutter sein, und so eine tolle Freundin, und so eine Perfketionistin in allem, was du anfässt und beginnst. Da bleibt einfach nicht viel Energie oder Zeit für dich ganz allein. Und du schämst dich, weil du glaubst, alle sehen das, wie du. "Die hat keine Zeit in sich investiert, guck mal, wie die aussieht". Du schämst dich, während du dein Kind auf dir herumspringen lässt, weil du dich körperlich exponiert fühlst. Jeder sieht ja, worauf dein Kind da herumspringt. Und du könntest ja so viel mehr machen, nicht nur körperlich, auch geistig. Du würdest dich gern endlich mal verwirklichen, deine vielen Ideen umsetzen. Aber leider bleibt alles irgendwie in kleinen Projekten und bei all dem Mutter - und Freundin und Ehefrau sein auf der Strecke. Verkrümelt und versandet, bis am Ende nur noch ein zerfasertes Ich übrig bleibt. Weißt du ICH finde dich toll. Und ICH weiß, wie kreativ und klug und witzig du bist. Weißt du was? Deshalb möchte ich auch so gern, dass du meine Freundin bist. Deshalb möchte dein Mann auch dein Mann sein. Und deshalb lieben deine Kinder dich. Und deshalb lieben dich eigentlich alle so sehr! Und niemand hält dich für faul oder unkreativ oder unintelligent. Und jeder sieht, dass du Hummeln im Hintern hast und gern mehr Ichzeit hättest. Aber hej: Es ist grad nicht drin. Das liegt auch daran, weil du eben zwei Kinder mit besonderen Herausforderungen hast und dich diese Aufgaben beschäftigt halten. Ein Glück, dass die beiden so eine tolle Mama wie dich haben. So einen tollen Menschen. Da kann gar nichts schiefgehen. Und nur Mut: Bald haste deine Zeit wieder. Das gilt für euch alle: Ihr bekommt eure Zeit wieder - viel mehr, als ihr haben wollt! Vergesst das nicht. und ...
SCHÄM DICH NICHT!

Meine liebe Freundin, du hast irre hohe Ansprüche. An dein Essen. An deine Beziehungen, wie sie funktionieren. Wie du funktionieren solltest. An deine Wohnung. An jedes deiner Geschenke und Aufmerksamkeiten. Ich weiß nicht, wo du die her hast, vielleicht, weil du mit so viel weniger aufwachsen und klarkommen musstest. Ich weiß, dass du nur das Beste willst und zwar für alle. Schade, dass du so selten siehst, dass ja eigentlich alle (auch) Dank dir das Beste haben. In so vielen Perspektiven. In so vielen Zusammenhängen. Ich weiß nicht, inwiefern meine Verhältnisse und meine Herkunft für einen Maßstabsvergleich tragfähig sind, aber ich finde dein Leben ziemlich enorm perfekt. Wenn ich dir das sage, sagst du mir "Nein, du schaffst viel mehr als ich" - aber das weiß ich gar nicht. Können wir das überhaupt beurteilen. Ich habe ja nicht einmal zwei kleine Kinder zu Hause, nur eins. Die anderen beiden machen ihr eigenes Ding, das ist dann eher eine WG. Außerdem hab ich ein paar zwanghafte Macken, da kann ich halt nicht entspannen - ich muss zum Beispiel rumräumen. Ich muss lesen, sonst werd ich verrückt! Und ich muss mich bewegen, sonst werd ich krank. Die Abwärtsspirale kommt bei mir so schnell, dass ich nicht anders kann als Dinge tun, die du nicht (immer) tust, weil sonst alle unter mir und meinen Launen leiden. Ich bin nicht so stark wie du, ich hab die Nerven einfach nicht. Ich brauche meine Me-Time, weil ich ein halber Wolfsmensch bin. Die Einsamkeit ist mein zweites Zuhause. Ich brauch die. Ich hab irren Respekt davor, wie du es schaffst in all dem Trubel und bei all den Herausforderungen immer zu strahlen, immer so hummelig - hibbelig zu sein, immer so eine tolle Mama zu sein und - ganz wichtig - für mich eine so gute Freundin. Vielleicht musst du deine Ansprüche anpassen an den IST Status deines Lebens - dann wärest du vielleicht genau so beeindruckt, wie ich, dass du das alles wuppst. Und was für ein super Leben du hast! Also...
SCHÄM DICH NICHT!

Ihr Lieben - Scham ist ein Gefühl, dass euch von all dem Guten und Schönen wegzieht, das ganz aktuell in eurem Leben ist. Scham und Frustration über Dinge, die ihr erreichen oder beweisen wollt, fressen die Lebensfreude aus dem wunderbar reichen Leben, das ihr führt. Ich fange jetzt nicht mit "Andere Eltern haben ganz andere Sorgen" an - das ist nicht gut. Ich will nämlich, dass ihr mit dem Vergleichen aufhört. Ich will nicht, dass ihr ständig irgendwo nach oben schaut, irgendwo in ein Universum unerreichbarer Perfektion - und dann nach unten, vielleicht nach Äthiopien oder in den Kongo. Um dann festzustellen, dass ihr nach oben schauend nicht gut genug seid, aber nach unten schauend eure Klappe halten solltet, weil anderswo gehungert und gestorben wird. Das ist eine völlig beknackte Messlatte. Die hilft niemandem. Sie wird eurem Leben nicht gerecht. Und sie stellt das Leben eurer Kinder in Frage - was müssten sie denn erreichen, um noch weiter zu kommen, als ihr? Wären sie schlechtere Menschen, wenn sie ein wenig unterhalb eurer hohen Erwartungen lebten? Würdet ihr dann auf sie herabblicken? Ich hoffe nicht. Ich glaube das auch nicht, weil ihr ja tolle Mamas seid.

Bitte, all ihr Lieben da draußen: Tut euch den Gefallen und lasst es. Hört auf unmögliche Vergleiche zu ziehen. Und DU, meine Liebe: Vergleich dich nicht mit mir, deinen anderen Freundinnen oder sonstwem. Dein Leben ist doch deins. Es gehört dir. Du sollst es genießen: Nicht ich! Nicht deine anderen Freundinnen. Nur du! Also nimm es an und freu dich. Ich wünschte, ich könnte ein bisschen von meiner Freude über dich und deine Familie nehmen, und sie dir ins Herz implantieren. Watt würdeste strahlen!

Wenn du unbedingt aus einem anderen Blickwinkel auf dich gucken musst, dann schau aus meinen Augen auf dein Leben: Dann könntest du nämlich gar nicht fassen, wie toll du bist.
Ich sehe nichts, wofür man sich schämen müsste. Gar nichts.

Es könnte von Herzen kommen, wenn es nicht ganz objektiv wäre: SCHÄM DICH - nicht!
Und das gilt für alle ;-)

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Merry Xmas 2015


Ihr Lieben -

Weihnachten ist nicht nur die Zeit des besinnlichen Zueinanderkommens & - findens, sondern auch des beginnenden Resumeziehens. Wie war 2015 - wie soll und wird 2016 weitergehen? Ich habe eine kleine eigene Tradition: Ich benamse meine Jahre zum Abschluss immer.
2015 geht in die Memoiren ein als "Jahr der Arbeit" - denn in meiner Erinnerung ging es in 2015 leider/Gott Lob fast ausschließlich um diese. Heute morgen kam der hoffentlich letzte Businessanruf, wurde der PC hoffentlich das letzte Mal für diese Woche für die Arbeit aufgeklappt. Denn jetzt heißt es: Freuhnachten!
Und ich freue mich - auch wenn wir, wie jedes Jahr, auf die Großen verzichten müssen. Die alten Juniors sind bei ihrer Mama. Dafür ist Mini aber auch bei ihrer Mama - hier bei uns. Und schon total süß aufgeregt, wie Kinder das nunmal sind. Mit echten Kindern macht Weihnachten einfach viel mehr Spaß, als wenn man selber das einzige Kind ist - und schon jenseits der 18.

Ich hoffe, ihr habt heut ein tolles Fest! Wer ein bisschen Trübsal bläst: Ich hoffe, der XMAS Jammies Song rockt eure Stimmung (so wie meine) -

Alles Liebe & FROHE WEIHNACHTEN

June

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Späte Rache
Worauf ich mich schon freue...



Humor - die einzige Art, mit euch fertig zu werden (ihr Hormonzombies & -monster da draußen) ;-)

Sonntag, 20. Dezember 2015

Body Hack
GUTEN MORGEN SCHÖNHEIT!


Es ist der vierte Advent und JEDER sieht in den kommenden Tagen Menschen, die wir von unserer besten Seite begrüßen wollen. Ein bisschen Entschlackung, ein bisschen prallere Haut, ein bisschen weniger Falten gefällig? Hier ist eine komische Alternative, die vorm Spiegel durchaus auch zum Lachen animieren kann. Ich mache diese Übungen übrigens inzwischen automatisch, täglich und zwar zwischendurch - maßgeblich um den schleichenden Nasolabialfalten ein wenig Herr zu werden.

Na dann - 1,2,3,4 - GO
Und dann kann kommen wer & was will ;-)
Facercise to the max!

P.S. Wer mehr zum Thema "Schöne Haut" und "Gesichtsgymnastik" lesen möchte, interessiert sich vielleicht für diesen Eintrag auf Lillity: Schöne Haut

Samstag, 19. Dezember 2015

Mama Gedanken > Erziehung? Warum das denn?!

Penaten: Klebt besser, als sie soll...deshalb NEIN NEIN nicht spielen ;-)

Nachdem ich von einer Leserin auf meinen Eintrag zum Thema Loben hin kritisiert wurde, ich würde mein Kind nicht erziehen, sondern manipulieren, bekam ich Lust über das Thema Erziehung zu schreiben. Ist ja eh heiß, nech?

Zuerst einmal ein paar Fakten zu meinen ´Qualifikationen` (da sie in Zweifel gezogen wurden):

Ich bin eine Mutter von einem 5 jährigen Mädchen. Außerdem seit unglaublichen 8 Jahren und 9 Monaten Stiefmonster..äh...mutter. Wobei wir momentan noch bei einer genauen Begriffsdefinition sind, weil meine Freundin (Ex & Mutter) protestierte, für den Titel müsse die leibliche Mutter tot sein und weil "Mutter" sich seit ein paar Jahren auch irgendwie generell falsch anfühlt. Eher "Mitver-/Sorger" oder - wie hier ausgeführt - "Glutamat".
Außerdem hatte ich eine langjährige Beziehung zu einem Scheidungskind und habe dort die Dynamik einer Scheidung mitbekommen, allerdings aus Kinderperspektive. Und ich selbst war ja auch mal Kind, genau wie mein Bruder. Daher kommt also meine "gelebte" Expertise.
Dann habe ich ziemlich genau 3 Billy-Regal-Boards (oder ein halbes Billy-Regal hoch) Bücher über Kindererziehung, Jugenderziehung, Elterngespräche, Pädagogik, Scheidung etc. gelesen. Rogge, Dolto, Winterhoff und Buebb sind einige bekannte Autoren. Plus ein paar Unibände vom Psychologiestudium zum Thema Persönlichkeitsentwicklung, Genetik, Epigenetik und Entwicklung über die Lebensetappen (tolles Buch by the way: "Entwicklungspsychologie" von Schneider & Lindberger) gelesen. So ziemlich jedes Buch von Anfang bis Ende, einige davon 2 - 3 Mal.

Ihr dürft also davon ausgehen, dass ich keine Ahnung habe ;-)

Was denke ich mit meiner bescheidenen Meinung zum Thema Erziehung?
Hier ein paar Thesen.

These 1: Erziehung macht keinen Sinn


Ich bin ein naturwissenschaftlich geprägter Mensch. Deshalb glaube ich an Genetik. Und auch an die recht jungen Erkenntnisse aus der Epigenetik. Es gibt da zum einen das großartige Buch "Mein wundervolles Genom" von Lone Frank, die eine dänische Neurobiologin ist und ihre DNA mit allen verfügbaren Tests "ausprobiert", eben mal schaut, was drin ist. Oder dran. An ihr.

Zum anderen hat nicht nur sie, sondern haben viele andere Wissenschaftler, aber auch Pädagogen, erkannt, dass Genetik und Umwelteinflüsse gemeinsam den Cocktail machen, der später aus uns eigenständige Persönlichkeiten macht.
Wie viel Einfluss die häusliche Erziehung hat? Nun - nur so viel, wie die Umstände und unsere Gene zulassen ;-) Wenn ich zum Beispiel mich und meinen Bruder ansehe, eindeutig und unleugbar unter den gleichen Bedingungen groß geworden, würde ich sagen: Unsere Verhaltensmuster, unsere Lösungsstrategien, unsere Art Konflikte anzugehen (und zu überstehen), unsere Art Kontakt zu knüpfen und zu halten, unsere Art Beziehungen zu pflegen und mit Sicherheit auch unsere Art mit Kindern umzugehen sind SEHR unterschiedlich. Wir sind dabei keine Abzugbilder unserer Eltern, auch kein Mix. Wir sind ganz viel die, die wir schon immer waren - bereichert um die Lehr - & Schlüsselerfahrungen, die in uns Muster angelegt haben. Unter Umständen für immer. Unsere Eltern haben einen krassen Beitrag geleistet: Aber er bleibt vor allem im Eltern-Kind-Kontext krass. Wer kennt das nicht? Zu Hause bzw um seine Eltern herum ist man immer ein bisschen so, wie man früher war. Und wir lassen uns von ihnen - egal wie lang wir ihren Flügeln entwachsen sind - auch ein Stückchen weit so behandeln, wie wir es aus Kindheitstagen gewohnt sind. Nicht wahr?
Sicher ist, dass Erziehung im kleinen Rahmen mehr Sinn macht, als im großen Rahmen. Was zu Hause funktioniert, muss in der Kita, in der Schule und später im Erwachsenenleben überhaupt nicht funktionieren. Und umgekehrt. Was zu Hause relevant war, hat vielleicht später keine Bedeutung mehr. Und: Was wir zu Hause nie gezeigt haben, kann sich anderswo zu voller Pracht entwickeln!

Erziehung macht also keinen Sinn, wenn das Ziel sein sollte, einen Menschen zu formen. Das geht nämlich nicht. Weil...Hallohooo...er ist ja schon da! Man kann ihn annehmen, ihn führen, ihn fördern, ihn fordern. Man kann (leider auch) auf ihm herumtrampeln, ihm Steine in den Weg schmeißen, ihm alle Chancen zu Nichte machen: Ganz viel ist von Anfang an da und lässt sich nicht so leicht kleinkriegen.
Ihr wollt eine Beweisführung?
Gewalt. Vergewaltigung. Missbrauch. Vernachlässigung. Scheidungen. Aufwachsen in Pflegefamilien. Adoptionskind sein. Drogen - und Alkoholkranke Eltern haben. Wenn DIESE Faktoren immer Garanten für verkorkste Erwachsene wären, dann wäre die Welt am A....
In Wirklichkeit können sie uns verbiegen - aber sie schaffen eben nicht jeden von uns zu brechen!

These 2: Erziehung macht absolut Sinn


Ja, denn man muss ja nicht nur einen Menschen irgendwie annehmen und anleiten. Sondern man muss auch ein Mitglied formen. Und hier macht der Gedanke der Formbarkeit wirklich Sinn:
Wir sind keine Gesellschaft, in der Egoismus regiert. Wir sind MIT-Menschen. Wir sind eine Gemeinschaft. Wir leben in einer Demokratie.

Und - ganz banal - wir sind keine Supermänner. Wir haben eben nur so viel Kraft. Nur so viele Ressourcen. Ohne Erziehung machen wir schnell platt.
Ganz ehrlich? Wenn Reichtum unendlich und gesichert wäre, ebenso wie Nahrung, Gesundheit, Sicherheit - ja Zufriedenheit im Leben: Wozu sollte man sich dann anstrengen? Sich mit den Bälgern abmühen? Gott ja, dann setzt sie doch auf die Straße, sollen sie doch sehen, wie sie zurecht kommen: In einer Gesellschaft, die wie das Paradies ist, wäre das vermutlich nichts Schlimmes! Aber wir leben nicht im Paradies und wir müssen alle an uns arbeiten. Wir haben Stress, wir haben Krankheiten, wir haben Konflikte, wir haben Sorgen, wir haben Mängel und Macken.
Mama kriegt Hospitalismus, wenn sie sich nicht mindestens einmal am Tag richtig bewegt hat, Papa hört nie zu, wenn er am PC sitzt, Junior will einfach nur seine Ruhe haben, Mini will dauernd bespielt werden, Uni-Junior braucht dauernd Geld. Tja, Antistresspillen sind teuer und Antistressjoggen will zeitlich gemanaged sein. Papa hört am PC nie zu, weil er entweder arbeitet oder einmal abschalten will. Junior will seine Ruhe haben, verdient aber kein eigenes Geld und leistet auch sonst nichts, was ihm das Privileg des eremitären Paschas einräumt. Mini muss lernen sich allein zu beschäftigen, wenn Mama draußen, Papa "innen" und Junior weggeschlossen sind. Und Uni-Junior ist einfach zu alt und bekommt schon monatlich Unterhalt, um sich ständig Geld zu pumpen. Außerdem hat Uni-Junior noch Schulden. OHNE Erziehung, das verspreche ich euch, wäre jede Familie am ENDE. Und jede Gesellschaft auch. Es muss Regeln geben. Angefangen bei der einfachen Regel "Nein heißt Nein". Rücksichtsnahme muss einem beigebracht werden. Kinder sind nicht von Natur aus rücksichtsvoll und schon gar nicht so, wie Familie Müller das braucht. Familie Peters ist da anders, weshalb Herr und Frau Müller auch eine heimliche Krise kriegen, wenn die Kinder von Familie Peters zu Besuch sind ;-)
Benimm und Anstand, Aufrichtigkeit, Konfliktlösung, Geduld, Aufmerksamsein, zwischen einer Regel und einer überlebenswichtigen Regel unterscheiden zu können: Das alles gehört zur Erziehung dazu!
Ob dein Kind sich die Hände wäscht, wenn es ins Haus kommt oder Popel an der Gardine von Omi abwischt - das ist tatsächlich eigentlich egal. Für mich. Und für die Gesellschaft. Und für alle, die es nicht tangiert. Aber ob euer Kind irgendwann versteht, dass jemand der krank ist, seine Ruhe braucht, oder dass Geld nicht unendlich aus Bankautomaten schießt und dass eine Entschuldigung im richtigen Moment ALLES richten kann: Das ist kostbar. Das ist wichtig. Und DAS sind wir unseren Kindern und unserer Gesellschaft schuldig!


These 3: Erziehung ist ein Leben lang wichtig


Definitiv NEIN. Wenn man aus dem Elternhaus abnabelt, beginnt das Lernen. Das ist autonom. Unabhängig. Eigenständig. Man entscheidet selbst, was man lernen will. Erfahrungen sind wie die zwei Pillen in Matrix: Rot und Blau - man muss sich immer entscheiden, welchen Tripp man einwirft. Und mit den Konsequenzen leben. Dass Mama dich trotz deines Talentes nicht ans Musikgymnasium gelassen hat, oder dass deine Eltern nie bei deinen Vorspielen waren ist vorbei! Ja - diese Erfahrungen und Entscheidungen haben dein Leben in eine bestimmte Richtung gelenkt. Aber irgendwann bist du frei. Und wenn du sogar kinderlos bist, kannst du diese Freiheit egoistisch nutzen. Immernoch talentiert? Super - dann gib jetzt alles und mach das, was dir schon immer (vielleicht) bestimmt war. Deine Eltern stehen dir nicht mehr im Weg. Nur noch du.
Es ist eine Medaille mit zwei Seiten: Die Freiheit zu gehen, bringt eben die Verantwortung zu entscheiden mit sich - Lebensschule: Es heißt nicht umsonst so!


These 4: Erziehung ist Manipulation


Ja. Definitiv. Und wer sich, wie mein Mann, mit Erziehung quält, dem sei gesagt: Du bist kein böser Mensch, nur weil du dein Kind erziehen möchtest bzw. musst. Mein Mann ist ein hundsmiserabler Erzieher, ein kasperle "Bad-Cop". Im liebevollsten Sinne überhaupt nicht zu gebrauchen für Erziehung im eigentlichen Sinne. Aber es gibt ja noch mich...und da muss er dann den Ausgleich schaffen, denn "Nix Spaß" - ditte bin ik. Strenge: Die bleibt an mir kleben. Gott sei Dank komme ich aus einem sehr strengen Elternhaus - ich hab ein ganzes Lexikon an Erziehungsmaßnahmen intus.
Ich habe ganz früh gerafft, dass Erziehung vor allem eines bedeutet: Frieden.
Und den muss man sich erarbeiten. Dafür muss man Opfer bringen. Ja - dafür muss man manipulieren. Aber Frieden ist genau das, was jeder in einer engen Lebensgemeinschaft braucht. Frieden ist das, was alle suchen, wenn sie von der rauhen Außenwelt zurück ins Nest gefallen kommen. Und Frieden erlangt man eben nur mit Erziehung. Mit Manipulation.
Bettzeiten, Ordnung, ein Nein akzeptieren zu können, im Haushalt helfen, seine Aufgaben annehmen und erledigen, möglichst wenig Ärger verbocken: Das sind alles Friedensstifter für den kleinen Kosmos, den sich zwei völlig ahnungslose erwachsene Menschen schaffen, wenn sie ein Kind in die Welt setzen. Und noch eins. Und noch eins. Und ... na ja, in Deutschland ja eher nicht mehr.

zum Schluss....

These 5: Kinder sind die Reise wert

Absolut! Ich habe mit 20,5 zwei fremde Kinder mit Herz und Verstand "adoptiert". Mit 25 habe ich ein eigenes Kind bekommen. Und ich fühle mich bereit ein ganz elternloses zu adoptieren. Eines Tages, wenn die Jüngste im Bunde uns nicht mehr als Eltern, sondern als Rückendeckung braucht.
Warum sollte ich mir das antun, schon mit 20.5, wenn ich Kinder nicht für das aufregendste, interessanteste und schönste auf der Welt halte?
Ich bin 30 und freue mich schon darauf Tante, Stiefoma und richtige Oma zu werden. Ich LIEBE Kinder. Kinder - die schicken dich einfach auf eine Reise zu dir selbst, die sind die echte Prüfung. Und wenn du es gut machst: Hast du im Herzen immer Urlaubsstimmung! Dann ist ´da drin` einfach alles gut!


Wer sich zu Weihnachten noch ein bisschen mit guter Lektüre eindecken will, dem empfehle ich hier:

Lone Frank: Mein wundervolles Genom
Andrea Bischhoff: Lexikon der Erziehungsirrtümer
Jan-Uwe Rogge: Kinder brauchen Grenzen, Eltern setzen Grenzen
Prof. Dr. Erath: Wieviel Mutter braucht ein Kind?
Judith Rich Harris: Ist Erziehung sinnlos?

Na dann, frohes Lesen und einen schönen 4. Advent euch,
Eure June

P.S.
Freue mich wie immer über Feedback & Fragen! Ich gebe mir Mühe, auch ernste pädagogische zu beantworten (viell. mit Buchzitaten).

Freitag, 18. Dezember 2015

Ehe mit Vaddern
9 Jahre den Mann fürs Leben kennen

My kind of man ;-)

Am 18.12.2006 machte ich eine schicksalhafte Entdeckung. Ich fand den Mann fürs Leben. Ich entdeckte seine Tauglichkeit dafür nur wenige Monate später - bis heute hat sich daran nichts geändert.

Woher man weiß, dass man den RICHTIGEN gefunden hat?

Hier ein paar Momente, in denen mir das völlig klar war...

Als wir ein ganz frisch verliebtes Paar waren, hast du auf den Straßen oft kleinen, dünnen, weißen, brünetten Frauen nachgeschaut. Ich wusste, dass das automatisch war. Aber es hat mich nicht nur verletzt. Es hat mich in Panik versetzt. Weil: So sehe ich nicht aus. Auch nicht mit viel Make-Up.
Ich hab dir das gesagt. Du hast gestaunt (Tu ich das?). Und hast versprochen, dich zu beobachten - und es zu lassen. Ohne Diskussion.
Sowas tut der RICHTIGE Mann für dich!

Als ich deine Kinder, die immer die wichtigsten Menschen in deinem Leben sind und sein werden, kennenlernte. Ich wusste, dass ich in unserer Beziehung solange sie klein sind immer nur die zweite Geige spielen werde. Aber - aus der Not geboren - schon beim ersten Treffen hast du mir so vertraut, dass du deinen Sohn in meiner Obhut gelassen hast, während du deine Tochter nach Hause fuhrst. So sehr hast du mir vertraut. Das hat sich nie geändert. Du hast mir das Versprechen abgerungen, eine Frau zu sein, die deine Kinder bedingungslos annimmt - und als ich es dir gab, hast du mir dein bedingungsloses Vertrauen im Umgang mit dem Kostbarsten in deinem Leben geschenkt.
Sowas tut der RICHTIGE Mann für dich!

Als wir ein Paar wurden, wurde das Leben schlagartig schwieriger. Ich betrachte es nachträglich gern als "in Kacke schwimmen gelernt haben", denn ungefähr so fühlte sich das an. Die Alternative lautete: In der Kacke untergehen. Wir hatten es nicht leicht. Niemand hat es uns leicht gemacht. Viele waren gegen uns. Aber du hast mich nie versteckt. Du hast mich immer ernst genommen. Du hast immer zu mir gestanden. Und du hast auf mich Rücksicht genommen. Mir den Rücken gestärkt. Und mich überall, trotz all der Widerstände, einbezogen, um Rat, Meinungen oder Unterstützung gebeten. Obwohl ich so jung war. Und so unerfahren. Aber du hast mir vertraut. Und du hast mir gezeigt, dass mein Alter nicht meine Möglichkeiten und Fähigkeiten definiert.
Sowas tut der RICHTIGE Mann für dich!

Als ich weinte, weil ich auch so ein Kind wie deinen Sohn haben wollte und mir das Herz brach, immer, wenn ich ihn nach einem kurzen Wochenende für lange 2 Wochen "hergeben" musste, da hast du mir gesagt, dass du keine weiteren Kinder möchtest. Meine Liebe für deine Kinder müsse für mich reichen. Aber du wusstest schon damals, dass das nicht funktionieren würde. Und mit der Zeit schlich sich mein Wunsch in dein Herz ein. Und eines Tages, während einer gemeinsamen Geschäftsreise, war ein "Ja" in dir drin. Ich durfte ein ´eigenes` Kind haben, das ich nicht ständig hergeben muss. Trotz aller Bedenken und Sorgen - du hast dich für ein drittes Kind entschieden. Für "mein" Kind.
Sowas tut der RICHTIGE Mann für dich!

Als ich glaubte, an der Schweinegrippe erkrankt zu sein und du von der Apotheke mit einem Schwangerschaftstest nach Hause kamst, da wusste ich endgültig, dass du mich durchschaust, bevor ich mich durchschaue. Und ja - ich war schwanger.
Sowas tut der RICHTIGE Mann für dich!

Als ich mich unverstanden und einsam fühlte, warst du meine beste Freundin, mein Tutor, mein Chef, mein Trainer, mein Arzt, mein Mediator und mein Berufsberater. Du hast all diese Rollen toll ausgefüllt und mir gezeigt, dass es wirklich NICHTS gibt, das ich dir nicht erzählen kann. Du hast mir gezeigt: Wenn du es mir erzählst, interessiert es mich immer!
Sowas tut der RICHTIGE Mann für dich!

Als die Jahre verstrichen, wir eine richtige Familie waren, die Scheidung aber immernoch andauerte, warst du wütend. Wütend - denn du wolltest mich endlich heiraten. Niemand hat es dir leicht gemacht. Du musstest dir viel anhören. Prophezeiungen über die Haltbarkeit unserer Ehe bis hin zu strengen Vorwürfen ob deiner liderlichen Absichten mir gegenüber. Also ließ ich los. Ich sagte, eine Ehe sei mir egal. Ich könne auch ohne Ehe mit dir zusammenbleiben.
Das nahm den Druck raus - aber nicht deinen Entschluss. Du wolltest mich heiraten - denn so romantisch bist du! Und wir heirateten - nur 3 Monate nachdem die Scheidung offiziell war. Denn so eilig hattest du es.
Sowas tut der RICHTIGE Mann für dich!

Als ich mit all unseren, mit all meinen Entscheidungen haderte, als ich im Fluchtmodus war und nur noch weg wollte, weg von dir, weg von Familie, weg von allem, weg: Da bist du an meiner Seite geblieben. Stolz und aufrecht. Du hast deine Angst gezeigt und deine Traurigkeit nicht verborgen, aber du hast mir gesagt und gezeigt, dass nur mein Glück zählt. Und dass du hinter mir stehst - ob ich mein Glück ohne dich finden muss, oder mit dir. Zum Glück brauchte ich nicht erst weggehen, um dann reumütig, gedemütigt, gesenkten Hauptes und hängenden Ohres zurückzukommen. Wie viel Glück ich hatte: Das zeigt mir das Leben JEDEN Tag, seit ich (wieder) weiß, wo ich im Zweifelsfall immer hingehöre. An deine Seite!
Sowas tut der RICHTIGE Mann für dich!

Schlussendlich tut mir ein Satz gut. Ein Satz, den du von Anfang an gesagt hast...früher war das "Da fragst du am besten June, die ist meine Managerin". Heute sagst du "Da fragen Sie am besten meine Frau, sie ist meine Managerin". Und das sagst du mit Stolz und Überzeugung. Und - wie immer - voller Vertrauen.

Denn nur Monate, nachdem wir uns am 18.12.2006 kennenlernten, hast du mir deine Liebe geschenkt. Und von dir geliebt zu werden ist das größte Kompliment auf der ganzen Welt!

Danke, mein lieber Roy!

Was für ein Glückstag das war, dieser 18.12.2006 ;-)

Mein Trivial Pursuit
Deutschland: Sind wir denn so intolerant?

Momentan rufen weltweit und in Deutschland viele Politiker, Verbände und Institute zu mehr Toleranz auf. Mehr Toleranz in Deutschland - das heißt, wir sind alle nicht tolerant genug. Da eröffnet sich einem doch gleich die Frage: Wo hört denn der Spaß bei Deutschen auf?


Eine (ironische) Analyse



Hitler

Fangen wir bei A wie Adolf an. Adolf Hitler. In Deutschland fahren wir ihn-bezüglich eine ganz klare "zero tolerance" Politik. Er ist unantastbar in der Allmacht seiner Greueltat, in Deutschland gilt allgemeinhin die Auffassung, dass es niemals - schon gar nicht von 1900 - 1950 - einen ansatzweise vergleichbar furchtbaren Diktator auf der ganzen Welt gegeben hat. Da in dieser Auffassung weder Südamerika, noch Asien, noch Afrika zur ganzen Welt zählen, dürfte das annähernd stimmen. Menschen, die den törichten Versuch wagen, Hitler objektiv zu betrachten, verlieren ihr Ansehen, ihre Ämter, ja - mitunter ihre Existenzgrundlage. Eva Herman etwa, die mit Sicherheit kein Nazi ist, hat mit ihren in "Das Eva Prinzip" (2006) verfassten Gedanken zur Rolle der Mutter ihre eigene Rufmordkampagne verfasst. Gelesen haben es die meisten Kritiker nicht: Das ist Teil der "zero tolerance" Politik, ein Wirkmechanismus, der unbedingt zu pflegen ist. Denn: allein anrüchig wirkendes Gedankengut muss verurteilt und verteufelt werden. Und zwar ungeprüft.
Fazit: Ja - bei Hitler ist Deutschland ziemlich intolerant.

Institution "Mutter"

Ich denke, Hitler hat das Vaterbild in Deutschland kaputt gemacht. Einen Vater wie den will keiner haben. Er und sein Gefolge, alles Männer, haben das Bild des Mannes und seine Rolle in der deutschen Gesellschaft verunglimpft. Wer zu so einer Politik fähig ist? Männer. Und was sind Männer dann? Scheusale. Schweine. Und wenn ein Mann ein Vater wird? Gehört das Kind zur Mutter, sicher ist sicher, besser ist besser. Wenn eine Frau einen Sohn bekommt? Sollte sie ihn nicht zum Mann erziehen und ihm die Eigenschaften, die ihn später zu einem Tyrannen machen könnten, sofort austreiben. Männer lieben Gewalt, sie sind grausam, sie sind Tiere. Männer morden, Männer jagen. Männer lieben Waffen. Männer mögen Männer mehr als Frauen, vertrauen Männern mehr als Frauen und reden mehr mit Männern als mit Frauen. Männer wollen nur Sex von Frauen und Kinder, mehr nicht. Männer sind das Übel. Gott Lob hatten wir in Deutschland nach 45 ja eine große Zahl an Frauen übrig. Powerfrauen, die innerhalb von kurzer Zeit aufgeräumt und aufgebaut haben, was in vielen anderen Teilen der Welt ohne externe Hilfsleistungen in Massen nicht möglich wäre. Diese Frauen und ihre Töchter wollten ein neues Deutschland. Eins ohne Blut vergießen. Eins ohne Männerdomäne. In Folge dessen wurde auch die Mutterschaft, nachdem zuvor der Staat über die Jugend verfügte, zum höchsten und heiligsten Gut einer Frau. War sie Mutter, war sie unantastbar. Ihre Güte, ihre Liebe, ihre Fürsorge, ihr Einfühlungsvermögen, ihre Geduld, ihre Ablehnung von Gewalt und Kriegsspielen sollten die deutsche Seele (mit)heilen. Weshalb es auch entgegen den ersten Artikeln im Grundgesetz möglich war, eine Mutter anders zu behandeln, als einen Vater. Väter waren bis vor ein paar Jahren das entrechtete Elternteil. Zu ihnen gehörte nichts, einen Dreck waren sie in der Kindererziehung wert. Wer braucht schon einen Vater, wenn er eine Mutter haben kann? Während sich in der Gesellschaft das Bild der Mutter wandelte zur Frau, die Karriere und Kind besser handelt, als jeder Mann, blieben per Gesetz die "auf die Mutterrolle reduzierten" Regeln gleich. Und während emanzipierte Frauen zunehmend gegen Verfechterinnen der "Nur-Mutter-Rolle" anstürmten, ruhten sich fast alle auf eben dieser Rolle aus, wenn es darum ging, die Familie zu führen und Aufgaben zu verteilen. Der Mann blieb "Mensch zweiter Klasse". Bis heute hat sich in vielen Familienberatungseinrichtungen und bei zahlreichen Jugendämtern nichts geändert: Mütter sind hier immernoch die besseren Menschen .
Fazit: Mehr Toleranz für Väter? Im öffentlichen Raum vielleicht, aber vor dem Gesetz und privat noch lange nicht.

Genetik

Genetik ist fast ein Unwort in Deutschland. Es steht für Fortschritt, Kapitalismus und Experimente an der Natur, für Ungleichbehandlung und Einteilung nach "Wertigkeit". Vor allem steht Genetik aber für Wissenschaft, und Wissenschaft steht für Fakten, und Fakten mag hier keiner. Beweise und Fakten - die liegen hier meilenweit auseinander. Beweise, das sind die Dinge, die man weiß. Fakten, das sind die Dinge, mit denen andere kommen, um mich von meinem Wissen abzubringen.
Insbesondere die Genetik fällt dieser Geisteshaltung zu Opfer. Ohne wirklich Ahnung zu haben - was ja aber auch nicht notwendig ist - wird etwa die Gentechnik grundsätzlich erst einmal mit viel Misstrauen betrachtet. Immer wieder gerät sie in Verruf, ihre Abschaffung wird gern von diversen Vereinen und Institutionen gewünscht. Abgesehen davon, dass Gentechnik ja etwas verändert, was doch schon immer funktioniert hat (den Mensch, das Gemüse, die Krebsrate), hat doch dieser Hitler damit angefangen, oder nicht? Genetische Auslese - das hatten wir im dritten Reich. Behinderungen jeder Art, unkontrolliertes Zellwachstum und Hunger in Afrika: Wir sind dafür! Hier geht es nicht darum, dass den Deutschen all diese Dinge gefallen - aber das Diktat der Natur steht über dem Diktat des Menschen (oder schlimmer noch: dem Diktat eines Pharmakonzerns!)
Freunde von Gentechnik sind demnach keine Ökos, viel wahrscheinlicher sind sie allmachtsfantasierende Unmenschen, die die Natur verabscheuen.
In Deutschland gibt es derart viele Verbote und Auflagen im Bezug auf wissenschaftliche Genetik, dass die Erforschung oder Nutzung eben jener oft ins Ausland verlagert werden muss.
Auch auf die Genforschung berufen, sollte man sich in Deutschland nicht. Wer Menschen anhand genetischer Dispositionen unterscheidet ist hier hoffentlich Arzt ("In Ihrer Familie gibt es eine genetische Prädisposition für Diabetes"), ansonsten mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Nazi. Wer also sagt, es gibt leistungsschwache und leistungsstarke Menschen, und beide befinden sich links und rechts der großen Masse von mittelmäßig-leistungsstarken Menschen, und dies sei sowohl genetisch begründet, als auch mathematisch, der kommt in Teufels Küche. Wohin sollen solche Vergleiche denn führen, wenn nicht dahin, Menschen nach ihrer Leistung zu beurteilen? Nach ihren Fähigkeiten und Begabungen? Da wenige sich mit dem Facettenreichtum an positiven Möglichkeiten auseinandersetzen, die so eine Betrachtung der Menschen in einer Gesellschaft bedeuten könnte, gilt diese Betrachtung als menschenverachtend. Wenn sich aber die Eltern eines behinderten Kindes mit Vehemenz eine Umwelt wünschen, die ihr Kind mit seinen Stärken UND Schwächen annimmt und behandelt, sind alle ganz d´accor. Wünscht sich ein Politiker dasselbe von der Gesellschaft, lenkt er den Fokus auch auf die Schwächen, wird er als Rassist, Faschist oder irgendein anderer -ist beschimpft.
Fazit: Mehr Toleranz für Genetik? Nicht in Deutschland. Nicht nach Hitler.

Geld

Geld stinkt nicht! Dafür aber jeder, der es besitzt. Maßgeblich jeder, der "es" in zu großen Mengen besitzt. Übermaßgeblich und ganz besonders JEDER, der "es" in zu großen Mengen besitzt und nicht das Gros wieder abgibt - der sein Vermögen nicht auf ein deutschen-verträgliches Maß reduziert. Geld an sich stinkt nicht. Im Gegenteil, hier in Deutschland haben Viele die Einstellung "Ich könnt mehr gebrauchen, mach dir mal Gedanken." Da ist man auch sehr tolerant, wenn es um das Umverteilen von Vermögen geht - also nach unten hin. Denn Umverteilung funktioniert nur in eine Richtung, weg von dir her zu mir und das bittschön von oben nach unten. Für die andere Richtung oder "Breitenverteilung" (zum Beispiel Erbschaft unter Reichen), hat man dafür sehr wenig Verständnis. Die allgemeine Toleranz endet dort, wo ein anderer unverdienter Maßen zu viel bekommt, als ihm zusteht. Bewusst "zu viel", denn "mehr" würde ja in der Selbstreflektion nicht funktionieren. Mehr als einem zusteht, das wollen ja alle irgendwie, nicht? Man mag es hier nicht, wenn andere sich mit viel Geld kaufen können, was man sich selbst gern kaufen würde, wenn man das Geld dazu hätte. Da ist man sehr intolerant. Man mag auch nicht, wenn andere viel Geld machen, mit bloßen Ideen, die ja jeder hätte haben können (außer einem selbst). Man möchte gern Hamburger wenden und Ketchup auf Aufklapp-Fertig-Brötchen quetschen und in seiner großen Verantwortung für das Gelingen dieser gastronomisch-gastritischen Köstlichkeit fair und respektabel vergütet werden. Immerhin könnte man auch ins Brötchen spucken. Und das tut man ja nicht. Man ist ja ein verantwortungsbewusster Fertigbrotverkäufer. Ja hier ist man sehr intolerant, wenn es um Geld geht. Wer Geld durch Tricks und Schmulereien gewinnt (etwa durch Spekulationsgeschäfte), ist ein schlechter Mensch, denn er hat sein Geld nicht ehrlich (mit Brötchen) verdient. Außerdem war es mit Sicherheit mal das eigene, bevor man es versteuern musste. Wir Deutschen und unser Geld. Wir sind sehr tolerant mit Besitz, solange es unserer ist. Wir finden es okay Geld vom Staat zu nehmen und uns damit häuslich einzurichten. Jegliche Art moderner Technik findet bei uns ein liebevolles Zuhause. Wir sind aber sehr intolerant, wenn andere sich mit Geld häuslich einrichten: Mit Geld, das sie gar nicht brauchen! Mit Geld, das sie in die sozialen Systeme einfließen lassen könnten - ich kann mir mein Auto nämlich eigentlich gar nicht leisten! Das ist unerträglich ungerecht, dass es Menschen gibt, die ein Auto besitzen, obwohl sie es weder brauchen noch sich leisten können, und dass es Menschen gibt, die viele Autos besitzen, die sie nicht brauchen, aber sich dennoch leisten können. Da sind wir sehr intolerant. 
Fazit: Mit Geld ist hier nicht zu spaßen (es sei denn, es ist unseres)! 

Ämter und Titel
In Deutschland kann man viele Ämter bekleiden und viele Titel tragen. Beeindrucken tun sie niemanden, denn was man dafür tun muss, um an hohe Positionen zu kommen oder besondere Auszeichnungen zu erlangen, weiß in Deutschland jeder: Man muss sich korrumpieren lassen, man muss seine Ideale verraten, man muss gut lügen und schauspielern können. Selbst eine Angela Merkel, die offensichtlich kein schauspielerisches Talent besitzt, spielt gerade mit ihrer Unfähigkeit durch Gesten und Mimik zu überzeugen doch ein ganz übles Spiel mit uns. Dass sie Kanzlerin geworden ist KANN nur mit "Hintenrum" geglückt sein. Nein, ein redlicher und ehrlicher Mensch macht nicht wirklich Karriere und ist schon gar nicht Herrscher über das Schicksal anderer. Ein redlicher Mensch versteckt sich nicht hinter Titeln, er verzichtet auf ihre Nennung. Er gehört keinerlei Gewalt oder Macht an, er ist und bleibt Mensch der Mitte. Ein Amt bekleiden, sich betiteln, sich dekorieren - das findet man hier sehr anstößig in Deutschland. Dafür gibt es nur beim Fußball Applaus.
Fazit: Toleranz für besondere Titel? Nur, wenn du Fußball spielen kannst.

Hat Deutschland mehr Toleranz nötig? Ich denke, ja - oder bin ich zu intolerant ;-)





Donnerstag, 17. Dezember 2015

Schöne Haut
Hier kommen die 3 Apokalyptischen Reiter

Mein Vorrat an Lebensverbesserern - alle von "SOLGAR"


...und zwar nicht aus der Johannes Offenbahrung, sondern aus der von Sara Gottfried. Auch wenn es nicht ganz biblische Ausmaße annimmt, geht es mit diesen 3 unverzichtbaren ´Freunden` schnell zum Jüngsten Gericht: das heißt Endzeitstimmung für eine Vielzahl von Stress - und Alterseinscheinungen, wie fahle und müde Haut, fahle und müde Stimmung, oder den totalen Stress gepaart mit total gestresster Haut.

Auf Sara Gottfried bin ich wegen der ´Hormone, Simone` gestoßen. Per Zufall. Und habe in den letzten Wochen, seit ich ihr Buch regelrecht studiert habe (ich habs 2 Mal gelesen, einmal mit offenem Mund, einmal mit Stift und Papier at hand), so viel über mich, meinen momentanen IST - Status und meine Haut gelernt, wie schon lange nicht mehr.

Es ist für keine von uns völlig fremd, denn jede hat es mit Sicherheit irgendwann erlebt: Hormone diktieren eine Menge in unserem (weiblichen) Leben - auch, wie wir aussehen.
Wusstet ihr, dass im Schnitt ab Mitte 30 die Perimenopause beginnt? Das ist so, wie mit im Schnitt 9 Jahren die Peripubertät beginnt. Aber während die jungen Mädchen nur plötzlich launischer werden, sind Frauen ab Mitte 30 (oft) vor allem das: Völlig durch den Wind!
Die einen entsprechen den Klischees, die verhindern, dass Frauen in verantwortungsvolle Posten kommen oder dort ernst genommen werden. Die anderen sind viel zu fahrig und reizbar, um überhaupt irgendeinen Posten anzunehmen. Und wieder andere sind so unbalanciert, dass das Leben auf sie wie eine reine Abfolge von Überforderungen wirkt.
Es ist NICHT ALBERN sich von Hausarbeit überfordert zu fühlen!
Bis vor kurzem war ich dieser Ansicht, aber Sara Gottfried hat meine Meinung geändert.
Man kann sagen, sie hat mich bekehrt. Ja - ihr Buch "Die Hormonkur" ist meine Offenbahrung. Nein - frustrierte Tränen beim Wäschefalten sind nicht albern: Sie sind ein Zeichen, ein Signal. Überforderung zu empfinden bei banalen Aufgaben, die wir sonst mit links wuppen, ist ein Hinweis darauf, dass unser innerer "Haussegen" schief hängt.

Ungewöhnlich viel Streit in letzter Zeit? Oft frustriert? Nerven die Kinder mehr als sonst? Vor lauter gestauter Anti-Gefühle innerlich schon längst auf der Suche nach einem neuen Mann? Alles Scheiße?
Hallooo Hormonmonster ;-) Willkommen im Club, früher oder später werden wir alle dort Mitglied (und bleiben - ohne Hilfe - im Rollercoaster der Hormone gefangen!).

Und da sollen Fischölkapseln, hochdosiertes Vitamin C und ein Vitamin B-Complex helfen?
Ja - tun sie. Die und einige andere Helferchen mehr (wie Mönchspfeffer, darüber berichte ich im Januar, nach ausreichend langer Einnahme!), helfen wirklich unsere aus den Fugen geratene Hormonküche wieder in den Michelin Sterne Bereich zu bewegen.

Weil ihr das Buch von Sara Gottfried LESEN sollt, werde ich jetzt nicht tausend Fragen HIER beantworten (ihr dürft mir aber gern in der Kommentarzeile welche stellen. Vielleicht kann ich ja aus Sara G´s Buch zitieren, für euch!).

Aber ich werde euch sagen, was mir ihre Empfehlungen zur Nahrungsmittelergänzung in sehr kurzer Zeit schon gebracht haben:

1. Vitamin C senkt die Menge von Cortisol (dem Stresshormon, das uns so kirre macht!) im Blut. Wichtig, wenn wir stressbedingt durcheinander gekommen sind!1000mg täglich (nehme ich seit 3 Wochen) halten den Stresslevel dauerhaft unten - und andere Prozesse, die durch den Cortisolüberschuss ins Stocken geraten (wie Libido, Heilung und Gesundung, Entzündungshemmung, normaler Schlaf usw.) kommen langsam wieder in Gang.
Bei mir stimmts! Wer mehr wissen will, investiere in ein bestimmtes, gutes Buch ;-)

2. Vitamin B-Komplex wird, wie Vitamin C auch, ohnehin vom Körber gebraucht. Wenn wir es dem Körper in großer Menge zuführen, fühlen wir uns fitter, vitaler, ausgeruhter und stärker. Klingt wirklich wie ein Versprechen aus einem Anzeigenblatt, aber ich nehme meine B-Komplexe jetzt auch seit ein paar Wochen und fühle mich tatsächlich insgesamt standhafter, ausgeruhter, wohler.
Das oft daher geleierte Argument, wir würden uns via normaler Ernährung in Deutschland durchaus ausreichend mit allen notwendigen Vitaminen und Mineralstoffen versorgen ist QUATSCH.
Beweis Nr. 1: Fühlt ihr euch denn trotz einer enorm ausgewogenen Ernährung so fit, gesund, nervlich on-top und abwehrstark, wie ihr es solltet? Ich (vor kurzem) nicht (mehr), und ich bin ein Muster an Disziplin, was Ernährung angeht!
Beweis Nr.2 : Leider werden die Vitamintagesmengen nicht in Versuchen ermittelt, in denen Menschen über Wochen großen Stress haben. Und auch nicht an Menschen, die seit Jahren großen Stress haben. Das ist sehr aufwendig. Wie wie viel Vitamin C wir brauchen, wurde unter anderem an Sportlern (Hallo?!?!) gemessen. Der Test war einfach - wie weit muss der Vitamin C- Gehalt im Blut sinken, bis der Sportler erste Anzeichen von C-Mangel aufweist. Ihr versteht das genau richtig - die empfohlene Tagesmenge ist eine Mindestangabe, keine Maximalangabe. Sie sagt "Wenn ihr diese Menge an Vitamin XY nehmt, werdet ihr keine Mangelerscheinungen aufweisen." Zumindest nicht die eindeutigen. Ob die dreifache Dosis von Vitamin C für uns vielleicht nicht nur gut, sondern grandios wäre - das wird nicht getestet. Wohlgemerkt: Es geht in der medizinischen Forschung darum, Leiden vorzubeugen oder sie zu heilen. Nicht Luxus herzustellen. Und sich "geil" fühlen ist keine Krankheit, sondern Luxus. Dafür gibt es keine Forschungsgelder.
Wenn ihr mir nicht glaubt, was ich nach so einer Argumentation ein bisschen bedauerlich fände, dann solltet ihr eine bestimmte Lektüre nicht verpassen zu lesen. Die klärt auf - und gibt viele Querverweise auf randomisierte Studien, die noch beweiskräftiger sind, als meine Ausführungen ;-)

3. Das "Wundermittel" schlechthin: Fischöl. Es riecht schlechter, als es wirkt - in diesen Kapseln steckt für Frauen UND Männer Power drin! Nicht nur Fitnessblogger und Bodybuilder schwören auf Fischöl, ich und Sara G tun das auch. Studien (und Sara G bezieht sich immer auf ´randomisierte Placebostudien` - d.h. die sind ein bisschen klüger ausgelegt, als der Standard) belegen, dass sich bei täglicher Einnahme (ich nehme 1000 mg tägl., Männer können ruhig 2x so viel nehmen) die Magermasse erhöht, und ich finde: Das tut sie wirklich. Die Magermasse ist nämlich die erstrebenswert schöne Körpermasse, die wir OHNE Körperfett haben. Und wenn die zunimmt, nimmt folglich die Fettmasse ab. Und ja - ohne viel Anstrengung schmelzen bei mir die Hüftpölsterchen und mein Po nimmt weniger afro-amerikanische Maße an. Ich bin sehr glücklich. Außerdem - aber das ist nach den News ja fast schon langweilig - senkt auch Fischöl den Stresspegel nachhaltig.

Wie sagt Sara G in ihrem Buch?
"[...] Bilden Ihre Nebennieren wie besessen Cortisol, wird die restliche Hormonkaskade vernachlässigt. Das ergibt kein hübsches Bild: Die Haut wird welk. Die Muskeln erschlaffen. Und was noch schlimmer ist, Ihr Selbstvertrauen und ihre Belastbarkeit schwinden.[...]"

Und man stelle sich vor, die Nebennieren sagen irgendwann "Ich kann nicht mehr" und schaffen es kaum noch, adäquate Mengen an Cortisol zum Stressmanagement beizusteuern? Dann haben wir the next level erreicht: Das Tal des Cortisolmangels. Auch nicht schön. (Lest das Buch!)

Ich kann nach 3 Wochen täglicher Einnahme dieser 3 Nahrungsergänzungsmittel mit ruhigem Gewissen empfehlen, dass ihr sie auch nehmen solltet.
Wer schlau ist, führt ein Verträglichkeitstagebuch - und gibt sich mindestens 1 Woche Zeit, ehe er sein erstes Fazit fasst.

Ich hoffe, ich konnte euch neugierig machen und inspirieren -
& bin gespannt, ob ihr auch bald so schwärmt, wie ich (wenn ja, meldet euch gern zurück!)

Voll ausgeglichene Grüße,
Eure June

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Relaxed & Gut
Werte vermitteln durch Lob

Wer das nicht lobt, sollte seinen Ratgeber hauen!
Meine Lütte trägt ´ihre´ Lütte Freundin im Zoo Berlin.


Loben - in vielen Ratgebern und Blogs ist das ja inzwischen die Königsdisziplin der Loser-Eltern. ´Gute` Eltern wissen, dass zu viel Lob schadet. Und dass loben überhaupt schwierig ist, denn was man lobt, kann auch schwere Komplexe zur Folge haben ("Schön, dass du deinen Teller leer isst"). Oder den Lerneifer drosseln ("Eine 3? Ich bin so stolz auf dich!").
Lieber weniger, das ist mehr - so die moderne Lobesdevise.

ICH sehe das ein bisschen anders.
Ich finde nämlich Loben äußerst praktisch als Instrument, um meiner Tochter beizubringen, was mir wichtig ist. Ich muss sie nicht korrigieren, um gewünschtes Verhalten zu erlangen. Ich muss sie auch nicht ermahnen. Ich muss ihr auch nicht ausführlich erklären, was ich warum möchte. Nein - ich halte generell einfach Ausschau nach Situationen, in denen sie mir so richtig gut gefällt. Und lobe sie dann.

Wie heute. Als Wald-Kita-Kind wird jedes Event des Jahres im Wald gefeiert, zu meinem Leidwesen. (Natur fängt für mich frühestens ab 18° C Plus an!) Heute wurde Waldweihnacht gefeiert, es gab ein Buffet und es gab Gesang und Musik, ein Lagerfeuer und Stockbrot. Waldheimische Gemütlichkeit. Meine Tochter hielt sich im Prinzip die ganze Zeit am Lagerfeuer auf. Stockbrot und Marshmallows backen - und dann unverhofft auf einen Winzling aufpassen. Ich kenne den Kleinen, seine Mama ist eine Busenkumpelin und Junior, knappe 1.5 Jahre alt, war scharf darauf mit allen Vieren ins Feuer zu stolpern. Da konnte sie so schnell gar nicht hinterher. Meine Tochter sprang sofort in Aktion und kümmerte sich fortan rührend um ihn. Sie war eine perfekte, kleine, fünfjährige Babysitterin. Als alle Anwesenden gerufen wurden, einen Kreis um die Erzieher zu bilden (Abschied & Dankesreden), stiefelte der Lütte schnurstraks Richtung Feuer. Allein! Meine Tochter kam sofort hinterher, erklärte ihm, dass er alleine nicht ans Feuer dürfe, und drehte ihn in Richtung Menge. Spontan rief ich: "Toll wie vernünftig und verantwortungsbewusst du bist!"
Das klang merkwürdig lehrmeisterhaft: Aber ich habe es ganz ehrlich gemeint. Ich war einfach echt happy und positiv beeindruckt.

Und DAS meine Lieben darf man dann auch sagen. Nicht nur sagen, man darf es lobend erwähnen!

So, wie wenn meine Tochter ihr Zimmer spontan aufräumt (und aufhübscht) und uns dann an der Hand hineinführt. Wenn wir Eltern dann gucken dürfen, staunen wir und loben: Wie viel Mühe sie sich gegeben hat, welche tollen Einfälle sie umgesetzt hat, dass sie schon so toll aufräumen kann. Verziehe ich mein Kind damit? Nein! Wirkt sich das negativ auf ihre Leistungsbereitschaft aus?
Nein (siehe freiwilliges Kinderzimmeraufräumen ;-)).
Nein - was mein Kind durch mein lobendes Feedback besser lernt, als wenn ich es ständig ´erziehe´ ist, welche ihrer eigenen Verhaltensweisen sie beibehalten kann! Sie lernt auch gleich noch etwas anderes, und zwar für ihr Selbstbewusstsein: Ich finde gut, was sie tut! Sie muss nicht tun, was ich ihr auftrage, um Lob zu bekommen. Sie tut einfach, was ihr einfällt - und ab und an fallen dabei Lob und Anerkennung ab.
Wie ihr lest, halte ich wenig davon mit Lob zu knausern. Wenn wir das gegenwärtige ´So-Sein´ unserer Kinder positiv bemerken, werden wir dieses ´So-Sein´ in die Zukunft verlängern.

Außerdem kann ich so ganz leicht deutlich machen, welche Werte ich wichtig finde.
Wenn sie sich um ihren kranken Papa kümmert, lobe ich ihre Achtsamkeit und Fürsorge.
Wenn sie sich grade noch gelangweilt geäußert hat und dann plötzlich einen tollen Einfall hat, lobe ich ihre Kreativität und wie gut sie geschafft hat, sich selbst aus der Langeweile zu holen.
Wenn sie spontan aufräumen hilft, bedanke ich mich bei ihr und lasse sie wissen, wie sehr mich ihre Hilfsbereitschaft und Unterstützung freut.
Wenn sie teilt (und das tut sie nicht gern!), dann lobe ich, dass sie sich überwunden hat und was für eine gute Freundin (und Tochter) sie ist. (Mit uns muss sie auch mal teilen....Ü-Eier zum Beispiel).
Wer bei Lob an "Du bist so schön, du bist so toll" denkt, kriegt halt einen Anton aus Tirol.
Wer´s so macht, wie ich - und andere Elternlob-Checker - der kriegt einfach nur ein tolles Kind!
Garantiert! 

Dienstag, 15. Dezember 2015

Relaxed & Gut: Ganz ehrlich?
Es ist (mir) völlig egal was DU fühlst

...says WHO? -
Elterngefühle auf dem Prüfstand


Dieser Satz dürfte jeder noch so guten Beziehung erstmal den Wind aus den Segeln nehmen. Es sei denn, dein Kind (irgendwas zwischen 10 und 50) hat diesen Satz zu dir gesagt. Denn dann - sorry - hat dein Kind absolut recht.
Nicht nur ist es eine rein faktisch richtige Aussage: Ihm ist mit Sicherheit - zumindest in dem Moment - völlig egal was du, Ma/Pa fühlst. Denn es hat eigene Sorgen. Und Probleme. Und die haben schlichtweg Priorität.
Es ist aber auch eine rein pädagogisch gesehen denkwürdige Aussage. Denn sie impliziert, dass du als Eltern deine Aufgabe nicht richtig machst.
Wieso?
Weil dein Kind dich gerade daran erinnern muss, dass es hier nicht um dich geht, Ma/Pa.

Mir fallen einige Situationen ein, in denen "Deine Gefühle sind mir grade egal" eine sehr angebrachte Signalwirkung haben kann. Etwa in einer Scheidung. Als Passivgeschiedene bin ich sprichwörtlich durch die Passivehehölle und den Passivrosenkrieg gegangen. ES.WAR.KACKE.
Interessant war, wie sehr bei allen beteiligten Erwachsenen das Kindeswohl (scheinbar) im Mittelpunkt stand - es aber immer wieder alle Beteiligten schafften, straight am Kindeswohl vorbei zu handeln. Was für uns eine handfeste Krise ist, kann den Kids unter Umständen wirklich ziemlich Jacke wie Hose sein. Was für uns dafür banal ist, kann für die Kids existentiell bedrohlich wirken.
Ein [Hand-aufs-Herz-fiktives] Beispiel: "Na großartig: Dein Vater hat mal wieder seinen Unterhalt nicht pünktlich gezahlt!" Während auf der einen Seite grade die Emotionen überkochen, erhält man auf diese Aussage unter Umständen nur ein müdes Schulterzucken, so nach dem Motto Na und? Eine Minute später: "Mama, kannst du mir Geld leihen?" - "Von was denn?" ...na? Richtig: Katastrophe!
Ja, deine Wut ist nicht meine Wut, Ma/Pa. Und umgekehrt. Oder hat man viel Verständnis für den eben noch völlig teilnahmslosen Teenie, nur weil ihm fünf Minuten später einfällt, dass ihm nun 10€ für ein Eintrittsgeld fehlen (die er sich umständlich von woanders her organisieren muss)? Nein - wir finden vermutlich die 10€ und die verpasste Party inklusive all der verpassten Teenagerbergundtalfahrten ziemlich lächerlich. Was ist schon ein Abend verpasster Chancen gegen einen Monat voll Stress und Rechnungsschieberei?

Nicht fair - aber ce la vie. So ist das eben. Und das ist - ehrlich - auch gut so.

Man stelle sich nur vor, unsere Kinder würden wirklich so fühlen (exakt!) wie wir in unseren Krisen. In unseren Downphasen. In unserer Erschöpfung, Frustration, Müdigkeit, Gestresstheit. Wäre das nicht schrecklich?

Wenn Opa stirbt, ist vielleicht die Frage, ob er auch im Anzug zur Beerdigung kommt, relevanter, als die Tatsache, dass Opa weg ist. Wir haben unseren Vater verloren - unser Kind muss erst einmal begreifen, was eine Beerdigung ist.
Wenn wir heiraten (mit Kind), dann gehen wir Risiken und Nebenwirkungen ein: Hochzeit - das ist ein lebenslanges Versprechen, das wir einer uns völlig fremden und hilflos ausgelieferten Person machen. Unser Kind kann da nüchtern feststellen: "Nach der Hochzeit darf man nicht mehr tauschen."
Und auch eine Scheidung (dieses mal ,Hand-aufs-Herz, ein Zitat) kann für Kinder unterschiedlich schmerzhaft sein. "Ich liebe Mama leider nicht mehr." Tja, das ist manchmal einfach nicht der Knackpunkt. Denn: "Aber was ist mit mir? Liebst du mich denn gar nicht mehr?" Stimmt - verlassen tut man viel viel mehr, als nur den Partner an seiner Seite oder die alte Familienidylle. Man verlässt auch andere Menschen - und manche von ihnen empfinden dieses Verlassenwerden auch genau so.

Ja, als Ma/Pas müssen wir einfach damit leben, dass unsere Gefühle relativ irrelevant sind. Solange wir die Kinder mit unseren Gefühlen nicht echt belästigen, gehören unsere Gefühle in unsere Lebenswirklichkeit. Je älter die Kinder sind, desto mehr. Unsere Aufgabe ist es, auf die Gefühle unserer Kinder auch dann einzugehen, wenn sie echte Gefühle sind und nicht mehr nur reine, leicht zu identifizierende Bedürfnisse. Wenn unsere Kinder einfach keinen Freund abkriegen, obwohl alle einen haben - dann ist es egal, dass wir unser Kind mit 9 sowieso viel zu jung für einen Freund halten und die anderen Kinder für ziemlich überdreht oder frühreif. Das können wir einfach für uns behalten.
Wenn unser Kind Torschlusspanik mit 9 schiebt, müssen wir das ernst nehmen.
Und wenn nur und allein aus dem Grund, damit unser Kind weiß, wie das ist: Ernst genommen werden. Sich in seinen Gefühlen angenommen fühlen. Zu wissen, dass man jemanden hat, der einem wirklich zuhört. Und wirklich für einen da ist.
Das wäre nämlich die ideale Grundlage dafür, dass unser Kind später mal einen Partner findet, der diese Dinge genauso handhabt, wie wir. Denn darauf - das wette ich - legt es bei guter elterlicher Vorarbeit mit Sicherheit viel wert!

Wenn ihr also jemals den Satz "Ist mir doch egal" auf ein "Hast du dir schonmal überlegt, wie ich mich dabei fühle?" zu hören bekommt, entspannt euch kurz. Denn selbst wenn, ja SELBST WENN euer Kind das wüsste - hätte es nach wie vor wenig Relevanz.

Und das ist - im Großen und Ganzen - gut so.

P.S. Das ist keine Aufforderung NICHT über seine Gefühle zu reden - sondern meine Art euch zu sagen, den Kindern nachzusehen und zuzugestehen, dass eure Gefühle ihnen nicht (so) wichtig sind ;-)

PhiloJune
Was wirklich zählt

Handschuhwetter in Berlin: Na und ;-)


Berlin. Dezember. Nebel. Eiseskälte. Und ein pädagogisch als wertvoll erachteter und deshalb verordneter Spaziergang. Eineinhalb Stunden lang.
"Mama - ich wollte eigentlich nie hier leben". Dieser Satz fällt 10 Schritte bevor wir wieder zu Hause sind. Klingt nicht vorwurfsvoll. Klingt nachdenklich - und frustriert.
"Wo hättest du denn lieber gelebt, Süße?" Ich frage das, weil ich denke, mein Kind meint die Stadt.
Aber...
"In Afrika".
Wir waren nie dort und wirklich viel kennen wir aus Afrika nicht, wenn man mal von den Tierdokus absieht, die wir an manchen Nachmittagen gern wegkonsumiert haben. Aber eins hat sich bei meiner Tochter eingebrannt: Dort ist es warm. Hier nicht. Für eine fünfjährige, die gerade einen eineinhalbstündigen Frostmarathon hinter sich gebracht hat, ist das der Schlüssel zu Lebensqualität. Ich habe viel darüber nachgedacht, wie anders meine Wünsche aussehen. Und ob sie das überhaupt wirklich tun.

Was zählt wirklich?
Wärme - das ist ein Gefühl, das wir in Ländern mit Jahreszeiten oder nur einer Jahreszeit (Winter) herzustellen versuchen, mit allen uns erdenklichen Mitteln. Kerzenschein, Glühwein, Kaminfeuer, Kuscheln, viel und deftig essen. Liebe. Freundschaft. Wenn uns diese Mittel nicht zur Verfügung stünden, würden wir frieren. Salatblätter machen im Winter nicht mehr ganz so zufrieden. Und unter all den Klamotten ist die Sommerfigur Nebensache.
Wärme also - ist das alles?

In Afrika leben in diesem Moment noch immer die ärmsten Menschen der Welt. In Südafrika um genau zu sein, und der Süden ist ja noch viel wärmer, als der Norden. Das Klima macht das Leben nicht leichter, macht die Menschen nicht zufriedener. Hilft nicht.
Was fehlt?

Vielleicht die Wärme, die wir aus Respekt vor der Kälte produzieren. So wie ich und mein Kind nach dem strengen Spaziergang gemeinsam auf den Lesesessel sprangen, uns bis auf die Unterwäsche auszogen, um dann unter dicken Kuscheldecken zusammenzurücken und uns gegenseitig Wärme zu schenken, während ich eine Geschichte vorlese. Die Kälte hat uns so zusammengeschweißt. Die Kälte hat in uns den Wunsch geweckt, so nah und so verschmust miteinander zu sein.

Die Wärme, die immer verfügbar ist, hilft also nicht zwangsläufig die Lücken in unserem zwischenmenschlichen Miteinander zu schließen. Hitzköpfig ist nicht umsonst eine Eigenschaft, die man eher Südländern zuschreibt (ja klar, alles nur Rassismus ;-)) und kühl eine Eigenschaft, die eher den Nordischen unterstellt wird.

Richtig ist, dass die, die Wärme produzieren müssen dies auch schaffen!
Und das ist vermutlich der Schlüsselsatz - eben das, was zählt:

Wenn wir Wärme brauchen - sorgen wir für Wärme. Ob sie nun in Form von Liebe, Freundschaft, einem vollen Magen, ein gemütliches Zuhause oder sonstwie "wärmt" - die Anstrengung zum Ziel hin ist, was den Unterschied macht.

"Afrika."

Auch wenn ich die Großstadt im Winter echt zum ...behusten finde: So viel Gemütlichkeit und Wärme, wie sie bei uns allen produziert: Das macht kein heißer Sommertag so selbstverständlich nach!



Dienstag, 1. Dezember 2015

Schöne Haut
Es sind die Hormone, Simone!


Weil ich 30 bin, finden einige meine intensive Beschäftigung mit Hormonen merkwürdig. Sie denken, ich dächte, ich sei alt. Tatsächlich ist Anti Ageing aber nur mein sekundärer Motor für das Durchforsten sämtlicher Artikel und empfohlener Bücher zum Thema "Hormone & Hormonwandel". Der primäre Motor war die Entdeckung eines Brustlipoms, als ich 27 Jahre alt war. Dieses Brustlipom wuchs so rasch, dass es operativ entfernt werden musste - außerdem veränderte es die Hautoberfläche und es musste festgestellt werden, ob diese Veränderungen bösartig sein könnten.
Da Tumorerkrankungen und vereinzelt auch Krebserkrankungen sich gesamtgesellschaftlich häufen (oder deren Entdeckung), es aber auch viele Fälle davon in meiner Familie gibt, war ich alarmiert. Die Anamnese ergab eine genetische Disposition. Das war mir aber eh schon klar.
Als Biologiefan reichten mir diese Anamnese und die Anweisung "Ab jetzt sehen wir uns mindestens 2 Mal im Jahr" nicht aus - ich wollte wissen, was genau bei mir genetisch ungünstige Bedingungen herstellt. Und ob ich darauf Einfluss nehmen kann.

Nach langem Suchen und Forschen bin ich dabei auf eine ganz neue These gestoßen:
"Es sind die Hormone, Simone!"

Und Hormone - die haben wir alle! Und einen sich ständig verändernden, stark von Umwelteinflüssen und Lebensbedingungen abhängenden Hormonhaushalt haben wir auch alle. Und - wie auch dem Beipackzettel meines inzwischen abgesetzten Verhütungspräparates "Valette" (später dann Maxim, steht aber dasselbe drauf) zu entnehmen: "Brustlipome" gehören zu ihren seltener auftretenden Nebenwirkungen. Bewiesen hat dies übrigens Empirie, ich bin erst ein halbes Jahr später auf die Idee gekommen, das Brustlipom als Nebenwirkung auf dem Beipackzettel zu suchen.
Bewiesen hat "die Pille" das ganz allein: Denn nach der OP habe ich eben jene für gut 3 Monate abgesetzt - um dann wegen der vielen blöden Konsequenzen davon doch zu schwächeln und die Einnahme wiederaufzunehmen. Mit dem Effekt, dass ich ungelogen nur 2 Monate nach Einnahme diesmal zwei deutlich spürbare Knoten (die Ärztin vermutet wieder Lipome nach Ultraschall) in derselben Brust entwickelte. Na toll!
Zuerst setzte ich die Pille unmittelbar ab. Weg mit dem Teufelszeug, so habe ich das damals empfunden! Und dann begann die Phase der Erweckung: Wenn Hormone so einen Einfluss auf meine Gesundheit haben - wo nehmen sie dann noch Einfluss, ohne dass ich es merke?

Wer einige einfach formulierte, einleuchtende und nachrecherchierbare Informationen zu dem Thema "Verhütung mit Hormonen - Was das alles mit dem weiblichen Körper macht" lesen möchte, kann zum Beispiel diesem Link hier folgen. Ein Satz aus der gesamten Argumentationskette hat mir sehr eingeleuchtet: Der Grund, weshalb die Einnahme von Hormonpräparaten für Männer so ein großes Problem ist, ist die so sehr sichtbare (und zu häufig vorkommende) Nebenwirkung schrumpfender Hoden. Warum das passieren kann (und in vielen Studien ebenso geschah), muss man selbst nachlesen. Eine Hormonstörung ist jedenfalls ein Grund: Und durch künstliche Einnahme stört man eben "seine" Hormone.

Was ich heute mit euch teilen möchte, ist mein momentaner Lösungsweg um den hormonellen Umstellungen und Entwicklungen, denen mein Körper täglich und für das ganze Leben unterliegt, Herrin zu werden.

Als erstes benötigt man eine plausible Grundlage - das heißt ein Wissen darum, welche Hormone uns aus welchem Grund interessieren. Wer mit seinen Hormonen oder mit den schleichenden Veränderungen seines Hormonhaushaltes Probleme hat (ab 35 beginnen die Wechseljahre nämlich in Wirklichkeit!), dem empfehle ich also dringend das Buch "Die Hormonkur" von Dr. Christiane Northrup - ich schlafe regelrecht auf diesem Buch, es ist meine "Bibel" geworden.



Herausfinden was stört
Wenn man die Pille absetzt, hat man mit einer individuellen Zahl verschiedener Herausforderungen zu dealen. Ich kann von extremer Mischhaut (sehr fettig & sehr trocken) berichten und einem Pustel - und Pickelmarathon quer über mein Gesicht, jede Woche eine andere "Etappe" erreichend. Teilweise hatte ich Entzündungen am Kinn, die so schmerzhaft waren, dass ich nicht mehr normal reden mochte, weil die Mundbewegungen im Kinn weh taten. Trockene Kopfhaut, fettige, strohige Haare (ui - so many details....) - all so´n Kack, nech?
Meine Laune war aber eigentlich gut, ich hab zwar vor mich hingememmt ("Meine schöne Haut ist weeeheeeg, meine schönen Haare sind weeheeeg"...) aber alles in allem war ich erstaunlich ausgeglichen drauf und hab Stress ziemlich gut weggesteckt. Hätte ja auch ein Hormonmonster werden können, oder so. Ich hatte Glück, ich sah nur wie eins aus.
Was war das Problem?
Mein Körper war natürlich sehr an die hormonelle Unterwanderung durch die Pille verändert. Seit ich 17 Jahre alt war, nahm ich selbstverständlich (wie alle Mädchen) Hormone. 10 Jahre später bekam ich meine erste sichtbare Quittung, wer weiß was ich vorher schon alles als "Phase" abgetan habe, was in Wirklichkeit unmittelbar mit der Pille zu tun hatte. Das Problem ist, dass die Pille die Haut schöner machen kann - die Diane ist tatsächlich ursprünglich nie eine Pille zur Verhütung gewesen, sondern war als Präparat zur Verbesserung von Akne bei Frauen entwickelt worden. Denn das gleiche Hormon, das eine Schwangerschaft aufrecht erhält (auch "vorgetäuschte", wie unter Einnahme der Pille), nämlich Progesteron, wirkt auch positiv auf die Haut. Als ich die Pille absetzte, war die schöne Scheinschwangerschaft vorbei. Ich habe deshalb einen Ersatz gesucht: Und - JA! - tatsächlich gefunden!
Das ist die Lösung! Yamswurzeln
Yamswurzeln enthalten Diosgenin. Dieser Stoff ist dem Geschlechtshormon Progesteron sehr ähnlich. Diosgenin kann von unserem Körper zwar nicht (zum Glück!) in Progesteron umgewandelt werden - sonst hätte das vielleicht auch zu viele Nebenwirkungen - aber es wirkt sehr ähnlich auf unseren Körper. Neben einer Vielzahl anderer positiver Anti-Ageing Effekte, die sich bei mir noch beweisen müssten, kann ich nach nur 1 Woche Einnahme meines Yams-Präparates 100%ig bestätigen, dass es die Haut wirklich schöner macht. Zu Beginn der Einnahme (je 2 Kapseln zum Frühstück), hatte ich 4 Entzündungsherde im Gesicht, die sich eben trotz meiner Hautpflegeroutine, gesunder Ernährung und Lieblingskosmetika einfach nicht behandeln bzw. verhindern ließen. Das heißt ich hatte schöne Haut: Außer da, wo sie entzündet war.
Nach nur einer Woche regelmäßiger Einnahme waren alle Entzündungen vorbei!
Hormone verändern die Haut negativ, indem sie z.B. auf die Talgproduktion wirken. Diosgenin hemmt eben diese - und dann heißt es fix "Bye bye, fettige Haut!". Ein weiterer Aspekt ist, dass bestehende Pickelchen und kleinere Verletzungen schneller verschwinden - und das auch noch spurlos (in Kombination mit meinem Vitamin-C Serum von InstaNatural), ohne Pigmentflecken. Das liegt an den in der Yamswurzel enthaltenen Gerbstoffen, die die Poren verkleinern und Pickel austrocknen.
Fazit: Nie wieder ohne!
Wenn man bedenkt, welche positiven Effekte die Yamswurzel generell hat und wenn ich sehe, wie toll meine Haut schon jetzt geworden ist (meine Haare sind übrigens auch wieder schön - logisch!), steht für mich fest: Nie wieder ohne!
Denn ein gesunder Lebenswandel und die beste Kosmetik können nichts gegen Veränderungen aus dem Inneren machen. Da sind wir machtlos. Wir können Einfluss nehmen, die Richtung wechseln - aber nicht zu 100% durch "Meditation und Yoga" oder durch "Retinolcreme" verbessern, wie wir aussehen. Deshalb gehört die Yamswurzel fest zu meinem morgendlichen Speiseplan - und ich hoffe, dass ich nie wieder echte Hormone zuführen muss.

Ging es nicht eben noch um Krebs...?
Ja richtig. Jetzt klingt es wieder so, als wenn ich nur nach Lösungen für meine Haut gesucht habe. Tatsächlich hat mich das Buch "Die Hormonkur" aber überzeugt, dass ich für meine gesamte Gesundheit (auch für mein seelisches Gleichgewicht) einiges tun sollte, dazu gehört im Extremfall auch die Einnahme von bioidentischen Hormonen (oder eben der Yamswurzel). Da die Einnahme von Hormonen bewiesener Maßen Krebszellwachstum begünstigen kann, ist mir ein Ausweichen auf kluge und wenig bis gar nicht gefährliche Alternativen lieber.
Erhöhte Östrogenwerte können das Krebswachstum fördern. Sehr eindeutig wird dies, wenn man bedenkt, dass in den USA ein Mittel (sehr erfolgreich!) zur Brustkrebsprävention eingesetzt wird, das im Grunde nichts anderes tut, als das Östrogenlevel quasi auf Null zu senken. Kein Östrogen - keine Sorgen? Na ja - eher andere. Unter der Einnahme des Medikaments Exemestan wird die Haut schlaff, die Konzentrationsfähigkeit leidet, die Libido sinkt (gen Null) und das Gedächtnis lässt stark zu wünschen übrig.

Ich weiß, dass das Entstehen von Brustlipomen bei mir sowohl genetisch als auch umwelttechnisch bedingt ist. Genetisch, weil ich dafür eine Veranlagung habe. Umwelttechnisch, weil ich durch mein Verhalten und Einflüsse von außen die Gene "aktiviert" habe. Ich habe begriffen, dass ich selbst großen Einfluss haben kann - und ich hoffe, ich habe euch neugierig gemacht und animiert, euch zu informieren, wie und warum ihr dasselbe tun solltet.

Schöne Haut ab 30? JA
 - wenn ihr euch damit auseinandersetzt, warum sich eure Haut hormonell verändert und wie ihr diese Veränderungen stoppen oder zumindest stark reduzieren könnt.
Ich nehme deshalb dieses Yamswurzelpräparat - und noch hochdosiertes Vitamin C, einen hochdosierten Vitamin B Komplex und Vitamin D3 für mein Immunsystem. Warum diese drei Nahrungsergänzungen für mich wichtig sind und woher ich sie beziehe, das teile ich euch in meinem nächsten "Schöne Haut" Artikel mit.