Mittwoch, 24. Februar 2016

PhiloJune
Was geht dich das an? oder Warum ich blogge

Guter Rat ist teuer....vermutlich ist hier deshalb alles umsonst


Wenn ich blogge, sitze ich mit beginnender Nackenstarre weit über meinen PC gebeugt. Dann bin ich da drin, in den Tasten und meinen Gedanken. Dass ich andere mit meinem Schnaufen störe, lässt mich kalt. Schreiben ist ein anstrengender Schaffensprozess, ich kann bei körperlicher Arbeit einfach nicht leise sein. Und ich schnaufe ja nur! Es gibt Bloggerkollegen, die schreiben etwas vermeintlich lustiges und lachen über ihre eigenen Witze - sowas würde ich nie tun. Ich bin bescheiden. Mein Arbeitsgerät liebe und hasse ich gleichermaßen. Mein Gehirn meine ich. Es funktinoietr einwandfrei, aber eben nicht immer und manchmal rutscht es aus und dann produziert es Müll. Ich nenne das Systemfehler, wobei das schon ein Euphemismus ist, denn ich habe ja gar kein System. Ich blogge vor mich hin, also bin ich das und meistens in den Tag hinein. Wenn ich ab und an einzelne Tasten anhebe und gezielt auf meine Tastatur puste, ist das kein Ich-wünsche-mir-10.000-neue-Likes-Wunschritual, wie wenn man eine fast vergeudete Wimper von den knittrigen Augenringen tupft und sie mit geheimen Wünschen wegpustet. Das muss ich tun, weil ich beim Schreiben in gebückter Haltung unter Schnaufen auch noch krümele, weil ich aufgeregt Nahrung also Energie nachschieben muss, um das Arbeitsgerät am Laufen zu halten. Und wer krümelt, säht Unfrieden - meine Tasten fühlen sich beschmutzt und blockieren, also puste ich, kraftvoll aber auch sorgsam, um aus meinem Schreiben eine saubere Sache zu machen. Abends sitze ich dann im Bett und gehe durch meine Google Statistiken. Ich habe genug Haare, um das Haareraufen noch eine Weile durchzuziehen. Es heißt für mich Fame oder Glatze, beides wäre ein Statement. Manchmal sitze ich auch morgens oder mittags aus demselben Grund haareraufend oder händereibend irgendwo, vermutlich nicht mehr im Bett, und es kommt vor, dass ich mich freue. Das sind die Momente, für die ich lebe, weil mein Leben sonst trist ist, weshalb ich fiktive Personen und Fotos fremder Menschen in meinen Blog einbaue, damit es so aussieht, als wäre ich glücklich. Wirklich glücklich machen mich positive Kommentare, Likes oder Geteilt-Werdens. Dafür lebe ich. Deshalb schreibe ich. Für euch...

Warum bloggen wir.....?


selbstdarstellung

Webdefinitionen
  1. Selbstdarstellung ist eine Inszenierungsstrategie, um ein bestimmtes Ansehen bei anderen herzustellen. Ziel ist die Inszenierung eines erwünschten Selbst mit der wesentlichen Funktion, den sozialen Einfluss zu vergrößern

Narzissmus


Im Alltagsverständnis ist ein Narzisst ein Mensch, der sich sehr auf sich selbst bezieht und dabei andere vernachlässigt. 

Geltung 


Ein übersteigertes Bedürfnis nach Geltung wird als Geltungsdrang, Geltungstrieb oder Geltungssucht bezeichnet.
Zwangsgedanken sind inhaltliche Denkstörungen im Sinne sich zwanghaft immer wieder aufdrängender, jedoch als unsinnig erkannter Denkinhalte.

effekt-hascherei

Der Duden beschreibt den Begriff Effekt als „bezweckte oder auch nicht bezweckte [überraschende, beeindruckende] Wirkung“. 

Das sind vordergründig sicherlich die Hauptmotive fürs Bloggertum. Die meisten Blogs sind ob dieser fadenscheinigen, inhaltslosen Motive überaus langweilig, was an den Motiven selbst liegt, denn man muss sich schon ziemlich toll und wichtig finden, um andere mit seinen Gedanken langweilen zu wollen. Ich muss mich da einreihen, da ich keine 100.000 Fans habe, was eindeutig beweist, dass mit mir etwas nicht stimmt. Auch das wissen Cafébesucher und gelegentliche Passanten unlängst, da sie mich, wenn nicht schnaufend, dann aryhtmisch vor meinem Laptop wippen sehen oder meine Knöchel knacken hören, die ich nervös durchdrücke, ehe meine Finger wiederum die Tasten durchdrücken.

Letztlich geht es uns, die wir uns nackt oder angezogen der Öffentlichkeit präsentieren, vermutlich und schlussendlich um eines, nämlich ...


Gegenliebe Zustimmung, Beifall, Anklang, Echo, Anerkennung, Resonanz, Gefallen, Wertschätzung, Gunst, Würdigung, Zuspruch...

I love you ...ein Satz, der zwangsläufig amerikanischen Stars von den Lippen trieft, die ja doch nur um internationale Aufmerksamkeit buhlen, weil sie auf Grund des allgemeinen Amerika-Blues anders nicht Fuß fassen können.  

Wenn ihr eines Tages eine bucklige Frau mit nervös knackenden Fingern,einer pulsierenden Ader auf der Stirn und Croissantkrümeln auf der Brust durch Berlin gehen seht, die eine bestimmte Familie mit ihrer Aufdringlichkeit stört und ständig Fotos von dieser schießt: Habt ein wenig Mitleid und schenkt ihr ein Like, einen Comment oder ein Geteilt-Werden.
Denn das bin ich.