Freitag, 18. März 2016

Relaxed & Stiefmom
Aller Anfang ist schwer

Humor hilft auf dem Weg zum WIR Gefühl

Eine gute Beziehung zum Stiefkind? Träum weiter...

Gestern habe ich auf dem Stiefmutterblog von Susanne Petermann gestöbert und einen schrecklichen Artikel nach dem anderen gelesen. Und ich meine nicht nur die Qualität....nein Scherz ;-) Die ist selbstredend großartig, Susannes Beiträge sind sehr lesenswert. Ich meine natürlich die Erfahrungen, von denen die Stiefmütter dort offen und zum Teil herzzerreißend berichten.
Sie klagen über ihre Männer, die scheinbar zwischen alten und neuen Verpflichtungen hin und her gerissen sind, und sich - verbunden mit viel Streit - oft genug eher an alte Verpflichtungen halten, die neuen dabei aber ausblenden. Sie klagen über die unfreundlichen oder ablehnenden Familienmitglieder auf Seiten der Stiefkinder, die boshafte und missgünstige Kommentare machen und auf das Scheitern der Stiefmütter schier warten. Sie klagen über den Mangel an Anerkennung ihrer Leistungen, über die langen Schatten, die die Exfrauen werfen, über das Leben im ständigen Kompromiss mit Menschen, die einem scheinbar nichts Gutes gönnen.

Nach Ende meiner Lektüre war ich aufgewühlt aber auch irritiert. Vieles kam mir so bekannt vor, mit einer Ausnahme: Ich habe es erlebt, und doch war bei uns gefühlt alles anders. Einfach "besser".
Ablehnung, Wut, Hass, Spott, Missgunst, Unterhaltsstreitereien, lädierte Psychen wo man geht und steht...Das hatten wir auch alles durch! Mein Mann ist immerhin mit einer zwanzig Jahre jüngeren (und damals erst 20 Jahre alten!), exotischen, kinderlosen Frau zusammengekommen. Schon das hat Stoff für Hasstiraden sondergleichen geliefert. Es wurde auch alberner Weise in zahlreichen Anwaltsbriefen erwähnt..."die noch immer erst xy-jährige Freundin des Kindsvaters...". Aber irgendwie war trotzdem - gefühlt - alles eher gut als schlecht. Das Glas stets halb voll, nicht halb leer. Trotz der Tränen. der Wut ohne Ventil, der Ungerechtigkeiten und Gemeinheiten.
Ich grübelte fast die ganze Nacht. Was lief denn bei uns anders? Wo waren die Unterschiede versteckt?

Ich bin zu dem Entschluss gekommen, unter "Relaxed & Stiefmom" über meine Erfahrungen und Lösungen als Stiefmutter zu schreiben. Ich habe bei Susanne zu viele Frauenstimmen gelesen, die ohne Hoffnung ein düsteres Bild für die Zukunft zeichneten:

Eine liebevolle/gute Beziehung zu deinem Stiefkind? Das passiert nie!
Frieden mit der Ex? Träum weiter!
Gleichberechtigung zwischen deinen und seinen Kindern? Forget it!

Ich glaube fest: Das ist ein Irrtum! Es mag Ausnahmen geben, aber ich bin mir sicher, sie müssen nicht die Regel sein! Es kann funktionieren. Davon bin ich fest überzeugt. Fangen wir der Vollständigkeit halber also ganz von vorne an.

P.S. Ich klammere dabei (hoffentlich) alles aus, was auf den emotionalen Schlipps meiner Stiefkinder oder deren Mutter treten könnte, auch diverse unschöne Details. Respekt geht vor.


Aller Anfang ist schwer

"Papa wohnt nicht mehr hier. Der hat jetzt eine Neue."
Ein fingierter Anfang für eine schwere Zeit. Apokalypse für jedes Kind. Endzeitszenario!
Wer sind wir, ihnen die Details zu erklären? Welche? Und darf man das überhaupt? Was müssen sie wissen, was nicht? Und wann sollten sie "die Neue" kennenlernen?  Überhaupt jemals? Oder sofort?

Ich weiß noch, wie überraschend mein Mann und ich zusammen kamen. Ich habe nicht daran geglaubt, dass wir je ein Paar würden. Wir waren über Monate bloßen Schreibens und netten Plauschens erst beste Freunde geworden, dann Verliebte. Aber ohne Hoffnung, so wie ich das sah. Da gab es ja noch eine Familie. Die Ehe war zerrütet, eine Geschichte, mit deren Veröffentlichung ich sicherlich eine Bestseller-Auszeichnung bekommen würde. Hollywood kennt solche Dramen. Aber es gab ja auch die Kinder. Und vielleicht doch Hoffnung? Nachdem die Gefühle ausgesprochen waren, nach einem romantischen Wochenende (Schande auf mein junges Haupt...), fiel mein Entschluss - hoch idealisiert und auch voll Reue: Wir dürfen uns nicht mehr sehen! Wir dürfen keinen Kontakt mehr haben! Erst musste er aufrichtig - ein 4. Mal - um seine Ehe kämpfen. Das ging nicht, solange ich im Spiel war: Logisch. Vielleicht kann man ja was retten, dachte ich. Ich bestand auf eine vollkommene Sendepause. Und lag fortan heulend in meiner Wohnung, trauerte einer Beziehung, die nie sein würde, nach und hörte schaurige Musik.
Exakt 1 Woche nach unserer Null-Kontakt-Vereinbarung, klingelte unvermittelt (so mitten in meinen hausgemachten Blues hinein) mein Handy. "Ich stehe unten vor der Tür"!
So begann unsere Beziehung!
"Ich stehe unten vor der Tür" - ich erlitt einen halben Nervenzusammenbruch! Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. "Willst du mich noch?"
Klar wollte ich. Aber ich hatte grade emotional Abschied genommen, ich konnte meine Gefühle nicht so schnell wieder auf frisch-verliebt umschalten. Was war passiert? Warum war er hier? Was würde nun aus den Kindern werden? Die Details darf ich natürlich nicht verraten, aber eins sei gesagt: Beide haben sich exakto nullo Mühe gegeben, wirklich zusammen zu bleiben. Bereits zu viel Porzellan zerschlagen, vielleicht. Keine Ahnung - über fremde Beziehungen kann man immer nur orakeln.
Zurück zu uns: es wurde ein chaotisches, wildes, stürmisches Zusammenkommen. Eine extreme Berg-und-Talfahrt, wie manisch-depressiv, immer wieder beseelt vom größten Glück und dann von größten Zweifeln.
Und immer blieb die Frage: Wann lerne ich die Kinder kennen? Wann ist der richtige Moment?

Verliebt mit Kompromissen


Wenn man frisch verliebt ist, will man seinen Partner ganz für sich allein haben. Und das Gefühl mit aller Welt teilen. Doch da gab es keine Welt, die von unserem Glück hören wollte. Meine Eltern nicht (Der ist 20 Jahre älter, verheiratet und hat Kinder! What the f***?!?!?!?!) und  natürlich bei ihm auch nicht. Es war also immernoch eine fast geheime Liebe, da sie unter Verschluss gehalten zelebriert werden musste. Machte es einerseits soooo herzschmerz-romantisch, aber auch bedauerlich.
Das nächste, worauf man in so einer Konstellation verzichten kann, ist Einzigartigkeit. Alles existierte im Leben dieses Mannes schon. Hochzeit, Ehe, Kinder. Alle Dinge, in die man sich mit 20 hineinschwärmt und in gemeinsamen Tagträumen verliert, existierten schon. Ich war eben nicht die Erste. Die Eine. Die Einzige. Ich war Nummer 2. Und das bekam ich täglich aufs Brot geschmiert. Riefen seine Kinder an, rauschte er zu ihnen. Natürlich: Was hatte ich auch für ein Recht darauf, ihnen ihren Vater wegzunehmen? Ich glaube, ich habe von unseren 9 gemeinsamen Jahren mindestens 3 gebraucht, um diesen Gedanken endlich abzschütteln. Egal wie oft er sagte, dass die Ehe zerrüttet war, dass einer von beiden irgendwann das Handtuch endgültig geworfen hätte, dass sie ja (das gehört hier nicht hin) und dass er demnach ... und so weiter. Ich hörte es, ich erlebte ja auch, wie die beiden miteinander waren: Aber ich war mir nicht so sicher, ob es stimmte. Bis heute bin ich der Überzeugung, dass mit besserer Hilfe, als die, die sie in ihrer Ehe wahrgenommen haben, bestimmt noch was zu retten gewesen wäre. Mein Mann hasst es wie die Pest, wenn ich das sage. Aber ein kleiner, idealistischer Punkt in mir ist der festen Überzeugung, dass jede Liebe rettbar ist. Ich durfte Fotos aus anderen Zeiten sehen. Glücklichen Zeiten. Es war schmerzhaft und gruselig: Da war mein Mann, jünger, glücklich, voller Energie, mit ihr. Die Frau, die alles gehabt hatte, was ich mir wünschte. Was war schief gegangen? War ich fehl am Platz? Doch Schuld? ("NEIEN" höre ich Roy schon komplett abgenervt rufen. "NEIEN WARST DU NICHT!")
Verliebtheit mit Kompromissen ist eigentlich ein Euphemismus. Ich kam stets auf Rang 2 oder 3. Niemals auf Rang 1. Ich fühlte mich oft genug elend. Aber auch - na klar - glücklich. Wir waren ein tolles Paar, von Anfang an. Ein Team. Und solange alles nur Geschichte und Erzählung blieb, konnte ich auch die Augen ein wenig verschließen. Bis der Tag kam, an dem ich die Kinder kennenlernen sollte. Von diesem Tag an brach die Realität mit aller Macht in mein Leben ein. 

Papa, die sieht voll gruselig aus

Das erste Treffen arrangierten wir in der Stadt. Es war warm, sommerlich. Ich war aufgeregt. Klar - die zwei wichtigsten Menschen im Leben meines Mannes würde ich gleich endlich zu Gesicht bekommen. Ich weiß nicht mehr, was ich gefühlt habe. Alles weg. Ich weiß nur noch, dass seine Tochter sich hinter ihm versteckt hielt und gleich wieder wegwollte. Sie fand, ich sähe gruselig aus. Sein Sohn fand, ich sähe aus wie eine Chinesin. Wegen der Augen (ja...hab ich auch gedacht: Hä?). Das Kennenlernen dauerte ungefähr 5 Minuten, da war es schon vorbei. "Ich will wieder zu Mama!" seine Tochter begann zu weinen. Auflösung der Runde? "Ich will aber bei Papa bleiben". Sein Sohn hatte keine Angst vor mir. Und nicht annähernd dieselben Gefühle, wie seine zwei Jahre ältere Schwester, die viel mehr verstand (leider auch falsch). "Kannst du ihn nehmen, geht das?" fragte mein Mann. Sein Sohn und ich guckten uns an. Klar konnte ich. Also wurde Töchterchen nach Hause gefahren - und wir beide vertrieben uns irgendwie die Zeit. Fußballspielen. Klettern im Park. Toben. Lachen. Ich weiß noch genau, wie es sich anfühlte, als er plötzlich meine Hand nahm. Es war unglaublich. Wir hatten Kontakt! Ich war unendlich glücklich. An diesem ersten Tag lernte ich seinen Sohn nicht nur kennen, sondern ich lernte ihn lieben. Ich war schlichtweg vernarrt in dieses Kind! Und das beruhte schon bald auf Gegenseitigkeit, er war eine wunderschöne Weile lang mein kleiner Fan. Somit hatte ich wohl Glück gehabt. Was das zu Hause anrichtet, bei seiner Schwester und bei seiner Mutter, das wurde uns erst mit der Zeit bewusst. Der Kleine hatte einfach nicht verstanden, wer ich war, was ich darstellte, was ich für seine Zukunft bedeutete. Für ihn war ich einfach jemand, der ihn ganz und gar annahm. Spaß mit ihm hatte. Lustig war. Ungewöhnlich. Interessant.
Welche Probleme wir noch haben würden, war uns beiden damals noch lange nicht klar. 

Ich bei unserem 1. echten Ausflug
mit Sohnemann: Entspricht
meinem Naturell sehr!

Das Alter spielt eine Rolle

Mit meiner großen Stieftochter war nichts zu machen. Ich war der Feind. Was ihre Mutter zu ihrem Vater sagte, wusste sie nicht. Wir hätten es ihr auch nicht gesagt. Wie aussichtslos alles war, wie wenig Hoffnung es gab, wie wenig Lust und Motivation beide Eltern hatten, überhaupt irgendwie zueinander zu finden: Das konnte sie nicht wissen. Tief in ihrem Herzen sah es wohl so aus, wie in meinem. So kindlich war ich (bin ich bis heute noch), was die Liebe angeht. Sie glaubte, wenn ich weg wäre, wären alle Probleme weg. Ich glaubte: Wenn ich weg wäre, würden sie besser miteinander umgehen: Hätten vielleicht doch ein Herz füreinander ("NEIEN, HÄTTE ICH NICHT!" Zitat aus dem Off... ;-)). Egal was passierte, wie schlimm es wurde: Dieser Gedanke war in mir verwurzelt. So, wie ihrer.

Als Feind hatte ich es natürlich nicht leicht, logisch. Sie erzählte mir mal, dass sie Demoplakate mit meinem Namen gebastelt habe und skandierend durch die Wohnung gelaufen sei, mich wüst beschimpfend. Das hat ihrer Mama bestimmt gut getan. Als sie es mir erzählte, Jahre später, freute ich mich sogar darüber. Kampfgeist ist immer eine gute Sache. Auf der anderen Seite kam ihre Wut damals natürlich auch real bei uns an. Sehen wollte sie mich nicht. Bei uns sein auch nicht. So musste immer alles "woanders" stattfinden, ich wurde ausgeklammert. Leiden tat ich darunter keine Spur, im Gegenteil. Mir war unsere erste Begegnung noch unangenehm schuldbeladen in Erinnerung geblieben. Doch dass sie meine Sachen bewusst zerstörte oder klaute, um sie wegzuwerfen, das begann Überhand zu nehmen. Da musste ich mich doch beklagen. Gott Lob zog mein Mann dort eine Grenze. Er verstehe ihre Gefühle, aber das rechtfertige nicht ihre Aktionen. Er wollte natürlich, dass wir uns endlich verstehen. Dass sie mich mochte, so wie ihr Bruder mich mochte. Er drängte demnach auf weitere Treffen. Es gab Anläufe, die alle in Tränen endeten. Sie wollte immer gleich nach Hause. Schließlich weinten seine Tochter und ich beide. Ich hielt ihre Tränen nicht mehr aus. Ich bat meinen Mann, es einfach unversucht zu lassen. Ich überzeugte ihn, dass sie ihren eigenen Weg zu mir finden müsse. Dass man sie nicht zwingen dürfe. Und dass sie - Obacht! - mich auch nicht mögen dürfe. Auch damit könne ich gut leben, wenn sie nur nicht mehr weinen müsse. Wir ließen es also sein. Es dauerte über ein halbes Jahr, bis wir uns wiedersahen. So richtig, nicht nur kurz durchs Fenster. Und dieses Mal war alles anders: Die Neugier hatte gesiegt.


Game of Thrones oder
Neues Glück, Neue Probleme


Wer Geschwisterkinder kennt, weiß, wie heftig die Machtkämpfe zwischen ihnen ausfallen können. Da wird geprügelt, gemobbt, gestohlen, gekratzt, gelogen und gepetzt was das Zeug hält. Eltern haben eben nur eine Aufmerksamkeit - es ist äußerst schwierig, sie im gleichen Moment auf zwei Kinder zu verteilen. Irgendeiner bekommt immer "das größere Stück". Der andere findet das ungerecht. Und protestiert!
So war es auch bei den Kindern meines Mannes. Mit mir brauchten sie seine Aufmerksamkeit nicht teilen, wenn sie bei uns waren, hielt ich mich viel im Hintergrund. Sie durften ihren Papa ja schon so selten sehen, da wollte ich mich bestimmt nicht noch in die kostbaren Stunden mit ihm einmischen und ihnen ihren Vater streitig machen. Doch: Sie konnten sie einander streitig machen. Und womit keiner gerechnet hätte: Auch meine Aufmerksamkeit war schon bald einen Streit wert!
Zum Verständnis:
Die ersten Monate nach der zweiten, endgültigen Trennung seiner Eltern, waren in einer Hinsicht großartig für den Sohn meines Mannes. Da seine Schwester nie zum Papa und zu mir mitkam, war er bei uns nämlich der King. Er war Alleinherrscher, seine Wünsche waren unsere Leitlinie. Er wurde verwöhnt, bespaßt und bespielt, ganz nach seinem Geschmack. Er hatte die ungeteilte Aufmerksamkeit von gleich zwei Erwachsenen, die ihm jederzeit wohlgesonnen waren und durfte nach Herzenslust mit seinem Papa kuscheln, er musste nicht einmal mit mir teilen. Als wir unsere erste gemeinsame Wohnung bezogen und die zwei Kinderzimmer herrichteten, war er bei vielem beteiligt. Es dauerte noch Wochen, ehe seine Schwester das erste Mal zu uns kam und so gehörte das neue Reich lange Zeit ihm allein. Eines Tages meldete sie jedoch ganz unvermittelt den Wunsch an, ihr neues Zimmer sehen zu wollen. Aber nur kurz! Dann wolle sie wieder gehen. Ich weiß noch, wie aufgeregt alle waren. Als sie endlich kam, blieb sie: Ein ganzes Wochenende lang. Ich werde ihn nie vergessen (okay, ich habe ihn auch aufgeschrieben), den ersten Satz, mit dem sie über den Graben zwischen uns auf meine Seite sprang: "Oh man, June ist so lustig! Wenn ich sie nicht hassen würde, würde ich sie richtig mögen!" Dieser Satz schmolz in meine Seele, wie Gold in ein Schmuckstück. Es gab Hoffnung, ein Silberstreif am Horizont. Doch dann begann der nächste Krieg. Der Krieg um den Thron in unserem Refugium. War sie nun hier wieder die erste Geige, wie sein ganzes Leben lang? Wurde Sohnemann wieder auf die hinteren Ränge verwiesen? Unmöglich. Nein: Hier war endlich mal alles seins. Hier war endlich er mal "das erste Kind". Der Wichtigere. Das wollte er nicht aufgeben. Der Frieden des ersten Wochenendes war schnell vorbei. Fortan waren unsere Wochenenden eine Mischung aus Heiterkeit und Kampfschauplatz.
Wie gewonnen, so zerronnen...viele wirklich wunderschöne Momente, die mit beiden Kindern kommen sollten, wurden von einer großen Zahl Geschwisterkonflikte überschattet. Es hagelte Vorwürfe "Du liebst ja June fast mehr als Mama". Es gab Gemeinheiten "Ich hasse dich! Ich wünschte du würdest sterben!" Es gab Verzweiflung "Ich will Selbstmord machen" (schrecklich, nicht wahr?!). Es gab verbale Schläge "Papa du bist ein Arschloch!". Es gab echte Schläge.
Die vorherrschenden Gefühle waren

Neid und Konkurrenz zwischen den Geschwistern
Loyalitätskonflikte, auf Ebene 1 "Mama vs. Papa" und Ebene 2 "June vs. Mama"
Verzweiflung und Trauer
Wut und Trotz
Angst und Verlorenheit ("Was soll aus uns werden? Mama sagt wir müssen in einen Plattenbau ziehen")

Für Glück war in Momentaufnahmen Platz. Wer glaubt, dass nur die Kinder gelitten hätten, der irrt sich. Wir haben alle gelitten. Ich habe viele Donnerstagabende heulend in den Armen meines Mannes gelegen. Ich hatte Angst vor den Wochenenden. Ich wusste nicht, wie ich sie aushalten sollte. Der Geschwisterkonflikt, die trotz allem immer wieder aufkeimenden Reibereien und offene Ablehnung von Seiten seiner Tochter gegen mich, UND der geballte Hass, die Intoleranz und die abschätzigen ignoranten Bemerkungen aus dem gesamten Umfeld, insbesondere der Familie meines Mannes: Es war kaum auszuhalten. Dennoch: Wir haben durchgehalten. Wir haben zusammengehalten. Und wir sind letztlich zusammengewachsen.

Nächstes Mal in "Relaxed & Stiefmom" verrate ich euch ein paar Einzelheiten darüber, was ich aushalten musste und wie ich damit umgegangen bin. Ich erzähle euch, wie mir eine selbst ausgedachte Urschreitherapie, das in Kleinstteile Zerreißen eines Pappkartons und Wutphantasien geholfen haben, klar zu kommen. Ich erzähle euch auch, wieso mir Gebete und Frömmigkeit geholfen haben und wie wichtig Humor für unser Überleben war. Ich erzähle aber auch, was mein Mann für Opfer bringen musste und wie wir an seinem Glauben arbeiten mussten, dass er ein guter Vater ist - auch wenn, obwohl und trotzdem...!

Wenn ihr noch Fragen oder Anregungen habt, freue ich mich natürlich auch über Feedback als PM oder hier im Kommentarfeld!

Wer mehr über den Status-Quo als Stiefmama lesen will, kann ja in diese Artikel reinschnuppern:

Machs nochmal! Was mein Mann aus der ersten Ehe mitgebracht hat
Wenn ich keine Stiefmutter bin, bin ich dann Glutamat?


Montag, 14. März 2016

Mama Gedanken
"Ich hol dich da raus!"
Wenn dein Kind deine Hilfe braucht

Ich bin hier! Töchterchen & Ich





Abwesenheitsnotiz

Fotos sind wunderbare Zeugnisse. Sie dokumentieren wichtige Abschnitte in unserem Leben. Das digitale Zeitalter hat uns mit dem Glück beschenkt, alles festhalten zu können, ohne bei jedem Foto mitzählen zu müssen ("Nur noch 10 Bilder, dann ist der Film voll"). Weil das so ist, halten wir unfreiwillig oft auch anderes, als Glück fest. Zum Beispiel unser eigenes Versagen. So wie meine Fotos aus einem Familienurlaub vor ein paar Jahren. Sie sind eine Abwesenheitsnotiz im Glück. Eine Randbemerkung mitten im "Alles war so schön". 
Die versteckten Tränen, die geschwollene, rötliche Nase, das ständige Gesenkthalten des Blickes und die tief in die Stirn gezogene Schirmmütze - mir ist erst beim nachträglichen Betrachten der Fotos aufgefallen, dass eines unserer Kinder auf vielen Fotos so aussieht, als kämpfte es täglich gegen die Tränen. Die Gründe dafür kannten wir wohl, abends war auch Zeit zum Reden - aber, dass die Last auf der Seele meines Kindes sich nicht einen einzigen Tag im schönsten Urlaub abschütteln ließ: Das fiel mir erst später auf! Dass es zwischen jedem Abend einen ganzen Tag auszuhalten gab, an dem mein Kind seine Schultern straffen und mitmachen musste: Das ist mir, bei aller sonstigen Aufmerksamkeit und Sorge, irgendwie entgegangen. Ich war in jedem Moment dabei, habe 1000 Fotos gemacht, habe mich rührend um meine Schar gekümmert - und doch, war ich nicht immer ganz da

Darum soll es heute gehen - über das wirklich anwesend sein. "Ich bin hier!" - das vielleicht Wichtigste, was wir unseren Kindern in kritischen Momenten sagen können.

Kein Kind will böse sein

Dieser Satz hat vor vielen Jahren bei mir Klick gemacht. Habt ihr schon Mal in jemandes Schoß gelegen, euch angelehnt, und einfach nur aus tiefstem Herzen geschluchzt? Konntet ihr vielleicht auch mal einfach nicht in Worte fassen, was euch so wütend macht? Oder so verletzt? Schonmal vor lauter Wut etwas Dummes gemacht? Eine Autotür zerkratzt, eine Hassmail verfasst, oder wüste Beleidigungen geschrien? Ich hasse dich zu dem Menschen gesagt, den ihr liebt? Das alles macht uns nicht zu einem Fall für den Psychotherapeuten - sondern zu Menschen. Dasselbe gilt für unsere Kinder. Noch viel mehr sogar, als für uns. Was müssen sie alles ertragen, was alles noch lernen, ehe sie in der Lage sind, nur alle paar Jahre mal etwas wirklich Dummes zu tun? Etwas wirklich Verletzendes zu sagen? Kein Kind will böse sein. Kein Kind ist böse! Es hat vielleicht noch keine große Empathie, es versteht vielleicht noch nicht, wie wichtig dieses letzte Foto von Uroma wirklich war, es begreift vielleicht nicht, dass ein großer Bruder nicht so hauen darf, wie der kleine es tut: Es ist nicht böse, es tut nur etwas, das wir als böse bewerten.

Wirklich da sein

Miteinander Reden ist Silber. Miteinander Schweigen ist Gold. Manchmal. Für die, die selbst keine Worte haben. Ein furchtbarer Wutanfall etwa, der in eine verzweifelte Prügelei ausbricht, ist mit einem beherzten Griff ins Gerangel, einem klaren "Stopp!" und einer Umarmung gepaart mit einem geflüsterten "Ich bin hier!" der Zauber, der die Streithähne versöhnt. Das ist mehr, als Spiegeln kann. Spiegeln, was aufgeklärte Eltern gern anwenden und in unturbulenten Situationen gut funktionieren kann ("Du hast also keine Lust zur Schule zu gehen?", "Du bist also traurig, weil deine Freundinnen dich versetzt haben?", "Du hast also Angst vor der Zeit mit dem neuen Baby?") - kann in anderen Situationen vollkommen sinnlos sein. Denn unter Umständen muss das Kind nicht wissen, wie es sich fühlt. Sondern wissen, dass jemand mitfühlt. Jemand wie wir: Seine Eltern. Ich gebe euch ein drastisches Beispiel.

Ich will nicht sterben

Schaut euch dieses Youtube-Video an. Die Eltern haben es mit Sicherheit hochgeladen, weil sie süß finden, wie sehr ihre kleine Tochter ihr kleines Brüderchen liebt. So sehr, dass sie bei dem Gedanken, er könne älter werden, in verzweifeltes Weinen ausbricht. Doch geht es hier wirklich um das Brüderchen?


Alle kleinen Kinder gehen durch diese Phase. Irgendwann entdecken sie tief in sich drin die Angst vor dem Tod. Sie erkennen, dass Menschen geboren werden. Dass sie selbst einmal ein Baby waren und es nicht mehr sind. Sie sind groß. Sie begreifen, dass sie noch größer werden. Wie Mama und Papa. Und eines Tages? Sind sie alt. Wie Oma und Opa. Und dann: Tot. So herzerwärmend der Moment oben für die Eltern war, dies war ein Moment, der ungefilmt gehört hätte. Kamera bei Seite, Töchterchen auf den Schoß nehmen, beruhigen. "Ich bin hier! Es ist alles gut. Ich bin hier für dich." 

Fokus

Ich mache den Youtube-Eltern keinen Vorwurf. Manchmal sieht man durch die Linse nicht, was man mit dem Herzen sehen würde. Manchmal liegt der Fokus auf einem ganz anderen Gefühl, wie übermächtiges Glück. Oder auf einem anderen Geschwisterkind.  Eltern sind nicht perfekt, das müssen sie auch nicht sein. Aber wenn unser Kind verzweifelt ist, sei es aus Wut, oder Furcht, dann müssen wir lernen, da zu sein. Ein Kind mag theatralisch auftreten, vielleicht fühlt es sich aber auch nur besonders hilflos oder ausgegrenzt. Ein Kind mag schnell die Beherrschung verlieren und um sich schlagen, aber vielleicht fühlt es sich nur besonders unverstanden und zurückgesetzt. Was auch immer euer Kind für ein Verhalten an den Tag legt: fokussiert auf das Wesentliche! Was hat es wirklich? Will es das jetzt tun, um euch zu provozieren? Oder um eure ungeteilte Aufmerksamkeit zu bekommen? Und wessen? Die vom Vater oder von der Mutter? Wen provoziert es denn am meisten/am liebsten? Schreit es jetzt, weil es nur seinen Willen durchsetzen will, oder schreit es, weil es das Gefühl hat, dass nie auf seine Bedürfnisse Rücksicht genommen wird? Darf es viele Dinge nicht, die es gern mal probieren, besitzen oder machen würde? Oder geht es wirklich genau jetzt um diese eine Sache? Fokus, liebe Eltern. Fokus aufs Wesentliche - auch wenn wir müde, genervt, erschöpft und ausgebrannt sind. Oder vor Glück und Liebe überfließen, weil unser Baby da ist. Fokus!


Wahrnehmung schulen

Toni Morrison, eine afro-amerikanische Schriftstellerin, die mancher vielleicht für ihre gleichnamigen Bücher und Filme "Die Farbe Lila" oder "Menschenkind" kennt, sagte einmal in einem für mich erschütternden Video etwas über ihre Mutter, das mich für mein Leben geprägt hat. Sie erzählte - der alte Schmerz darüber floss ohne eine einzige Träne bei jedem Wort aus ihren Augen - wie es war, ihre eigene Mutter zu erleben, die als Nanny für eine weiße Familie arbeitete. Jeden Tag würde Tonis Mutter daheim mit strahlenden Augen von den lieben, süßen Kindern der anderen Familie schwärmen. Wie höflich und hübsch sie seien. Wie brav. Besuchte Toni ihre Mutter bei dieser Familie, beobachtete sie nicht selten, wie diese die Kinder mit einem warmen, liebevollen Blick bedachte. Wenn sie aber Toni sah, etwa von der Schule kommend, schenkte ihre Mutter ihr nie einen warmen Blick. Sie sah nie glücklich aus, ihre Tochter zu sehen. "Can you imagine that?" fragte Toni den Interviewer, und ihre Augen sprachen dabei Bände. "Coming home and not knowing, if your mother was even happy to see you?" Könnt ihr euch das vorstellen? Nach Hause zu kommen, nach einem Tag in der manchmal unfreundlichen Welt da draußen, wo es schlechte Noten, Hänseleien und Ausgrenzung zu ertragen gilt? Und zu Hause wird man nicht Willkommen geheißen? Da heißt es dann, so geschehen bei Toni Morrison: Wie siehst du denn wieder aus? Was ist mit deinen Haaren passiert? Warum ist dein Kleid schmutzig? Was hast du wieder angestellt? Geh und mach dich schnell sauber. Und pass auf, dass du mir nicht alles schmutzig machst, du starrst ja vor Dreck! Kein Kind würde verstehen, dass eine Mutter auf diese Art versucht, es zu beschützen. Es zu schulen. Dass eine Mutter vielleicht große Erwartungen und Hoffnungen für das Kind hat und deshalb mit Strenge und Härte dafür sorgt, dass es diesen Ansprüchen stets genügt. In einer harten, anstrengenden Welt ist manchmal wenig Raum für Liebe und Wärme. Funktionieren, ein reibungsloses und glatt laufendes Leben hinbekommen: Das ist manchmal der Motor, der Eltern bewegt. Wenn unsere Kinder frustriert, unglücklich oder unbändig sind - liegt es vielleicht daran, dass wir sie nicht wahrnehmen. In ihrem Bedürfnis ankommen zu dürfen. Sie selbst sein zu dürfen. Teil der Familie sein zu dürfen, als der fünfjährige Junge oder der sechszehnjährige Jugendliche, der sie nun einmal sind. Mit allen Macken. Mit allen Kanten. Mit allen Launen. Sie wollen angenommen sein. Als Eltern müssen wir dafür Sorge tragen, unsere Kinder nicht nur zu verstehen (so oft es geht), sondern auch einverstanden mit ihnen zu sein. Mit ihren Gefühlen. So, wie wir es waren, als sie in Windeln steckten und um 2 Uhr morgens brüllenden Hunger hatten. Wir haben ihr Bedürfnis verstanden - und waren einverstanden. Haben akzeptiert, dass man um 2 Uhr morgens schrecklichen Hunger haben kann. Was ist mit "größeren" Gefühlen? Neid? Missgunst? Angst? Frust? Eifersucht? Wie einverstanden sind wir mit diesen Gefühlen? Und wie gut nehmen wir sie wahr?

Tröstliches

Zum Schluss etwas Tröstliches: Auch wenn wir nicht immer schaffen, aufmerksam zu sein, sind wir nicht automatisch schlechte Eltern. Unsere Kinder lernen, so wie wir, mit ihren Gefühlen klarzukommen. Auch allein.  Manchmal ist das eben so, und das ist manchmal auch okay. Am Ende haben sie vielleicht sowohl in den einsamen Momenten, als auch in den Momenten, wo wir ganz bei ihnen waren, geschafft, ihre Gefühle zu verarbeiten und hinter sich zu lassen. Am Ende haben die Urlaubsfotos mit den versteckten Tränen und der roten Nase kaum noch Bedeutung. Am Ende bleibt, wenn wir insgesamt unsere Sache gut machen, wie schön der Urlaub war. Und das ist eine schöne Metapher fürs ganze (Eltern-)Leben!







Freitag, 11. März 2016

PhiloJune
And the What goes to Whom?

Seppo* ganz in seinem Element: Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen.
*Anm.: Die abgebildeten Personen sind alle drei nicht Seppo...

Ehe er auf diesem Wege ausschließlich zu noch mehr Ruhm und Ehre kommt, folgt hier vor allem die Beantwortung einiger gewichtiger Fragen. Fragen, die die Welt der Seppo-Blog-Award Nominees bewegt. Ich zähle zu den Glücklichen, die in die Losschale geworfen wurden und durfte mich den unten stehenden Fragen stellen. Ich sage nur noch eins: Ehre wem Ehre gebührt.

Und dann sage ich noch das....


The Interview


Was haben Seppo und Du gemeinsam? (Dani Wolf)
Den Bart. Auf den ersten Blick denken jetzt natürlich alle "Hä? Wo hat die denn einen Bart?" Das ist Seppos und meine zweite Gemeinsamkeit: Wir haben rätselhafte Geheimnisse.


Wieso hättest Du die SBA nicht verdient? (ebd.)
Weder meine hundertquadrillionen Fans noch mein einer Feind konnten die Frage, wieso eigentlich ich den SBA nicht verdient hätte, beantworten. Wir wissen es alle nicht. Manche Fragen bleiben unbeantwortet.

Eine Woche lang keine (soziale) Technik: kein Handy, kein Facebook, kein Blog – nichts. Was würde das mit Dir machen? (FranCesca Bommer)
Eine Woche ohne mein elektronisches Gehirn? Ich würde Ruhe bewahren und mich in meinen K.I.T.T. setzen. Ihn fragen, was ich machen soll. Technik weiß immer Bescheid. Das weiß ich seit es Handys und Facebook gibt. Manchmal bekomme ich meine besten Blog-Tipps von K.I.T.T. Er hat mir auch von einem Reiseblog abgeraten. Er meinte, seine Fans würden uns sonst nur ständig an unseren Lieblingsorten aufsuchen. K.I.T.T. hat immer Recht (er ist aus der Zukunft und David Hasselhof hat nicht betrunken an seinem Steuer gesessen!).

Was inspiriert Dich für Deine Themen? (ebd.)
K.I.T.T.s Humor und seine Vorliebe für Kurzschlüsse.
Wenn das nicht zutrifft: Mein Alltag, die kleinen Apps, die das Leben gebeten und ungebeten bei mir installiert hat und dann ständig für Wartungsarbeiten, Updates und In-App-Käufe sorgt.


Wer hat Dir das Hirn so manipuliert, dass Du bei so einem Wettbewerb teilnimmst? (Angel Mohli)
K.I.T.T.!

Wer sollte Deinen Blog besser nicht lesen? (Sarah Katt)
Mein Hund. Das würde mir Angst machen. Wenn er all die Jahre lesen konnte...oh Gott, was hat er dann noch alles mitbekommen?!


Auf einer Skala von eins bis zehn: Was isst Du am liebsten? (Manuel Höttges)
Schokolade (Platz 10).

Welchen Titel hatte Dein erster Blog-Eintrag, welchen wird Dein letzter haben? (Marc Kipfer)
Vom 06. Februar 2008, als ich noch den Blog "Was ist eigentlich...?" führte...
Titel "Was ist eigentlich...mit den Deutschen los?"

Mein zukünftiger Artikel, veröffentlicht gewird-worden am 02.Februar 2100
Titel "Was ist eigentlich immernoch mit den Deutschen los?"


Was frühstückst Du? (Alex La Famee)
Okay, ich muss ernsthaft ausholen:
IN Kokosöl gebratene Mandeln + Kokosflocken + Walnüsse
in Vollmilchjoghurt
mit Honig
und frischen Beeren der Saison (oder des Tiefkühlfachs)
Hmmmm!!!!

Katze oder Hund? (Rita Raptakis)
Ich bevorzuge Männer, aber der Vollständigkeit halber...
Katze = lustiger, weil unbelehrbar und süß dämlich
Hund = wie ein haariges, sabberndes Kind
Haben beide was.

Hast Du sonst niemanden, dem Du das alles erzählen könntest? (Martina Mai)
Doch - das sind genau die, die meinen Blog nicht lesen.

Wer liest Dich überhaupt (Ebony June)
Du. Und Du. Und ganz besonders DU! (Ja...ich sehe dich genau, Freundchen!)


Was müsste geschehen, dass Du mit dem Bloggen aufhörst? (Sabienes Shelm)
Note ans Universum: Wenn du meine Blogs loswerden willst, mach mich reich & berühmt!
Reichenruhm erfordert ein gewisses Maß an bodenständiger Zurückhaltung.
Danke im Voraus!

Welche Eigenschaft an einem Menschen schätzt Du am meisten? (Thomas Peter)
Ach Thomas Peter: Diese Frage passt zu dir, und meine Antwort ebenso
UNAUFDRINGLICHE, GEGENSEITIGE, FREUNDLICHE ACHTSAMKEIT!

Was ist Deine beste Eigenschaft? (ebd.)
Ich bin zu 50% aus Schokolade.

Was ist Dein größter Fehler? (ebd.)
Ich kann nicht lügen.

Wie, denkst Du, sehen Dich die anderen Menschen? (ebd.)
So, wie sie mich sehen wollen. (Hallo, Mama!)

Was würdest Du niemals in einem Blog posten? (ebd.)
Ganz ernsthaft:
Ich würde nie über mein privates Sexleben auspacken, ich würde nie über meinen Mann herziehen und ich würde nie Nacktfotos von meinen Kindern oder meinem Hund veröffentlichen.

Glaubst Du neben Seppos Blog noch an andere Wunder? (Annick N. Seiwert)
Es gibt mehr????

Wenn Du einen Gegenstand in eine Zeitkapsel tun könntest, welche erst in 100 Jahren geöffnet werden würde, welcher Gegenstand wäre das? (HeyChiu Pang)
Sollte die Welt in 100 Jahren am Scheideweg stehen, sollte die Apokalypse bevorstehen, sollte es um die Wurst gehen: Dann würde ich mir wünschen, dass ein wichtiger Anführer meine Zeitkapsel mit allen Zutaten für eine zünftige Spaghetti Bolognese vorfindet. Ich kenne keine Familie, die über diesem Gericht nicht jeden Streit vergessen hätte. Das wird in 100 Jahren auch noch so sein!

Was bedeutet Schreiben für Dich, was macht es mit Dir? (Seppo)
Seit ich es kann, ist Schreiben mein ganzes Leben. Ich brauche keine anderen Hobbies. Meine Phantasie und ich sind uns genug, wir beide schlendern am liebsten täglich gemeinsam auf den unterschiedlichsten Pfaden durch den Tag. Und alles, was wir zwei erleben, möchte ich aufschreiben. Um es zu teilen. Und um es nicht zu vergessen.

Wie kriegst Du Seppo ins Bett? (ebd.)
Vermutlich mit sexy gelben Einmalwaschhandschuhen, Sprühflasche und einem unerklärlichen Fleck unter seinem Kopfkissen. Schwupps ist er drin, die Putzwut grimmig in sein Gesicht gemeißelt, solange an dem Fleck arbeitend, bis der Schweiß durch sein Holzfällerhemd hindurchperlt und sich sein Bart kräuselt!

Was macht Mannsein für dich aus, was Frausein? (ebd.)
Männer tragen ihren Stolz außen, Frauen tragen ihren Stolz innen.

Was bedeutet das Konzept der ewigen Liebe für Dich? Ist es möglich? Wünschenswert? (ebd.)
Konzept?
Na ja, ich glaube, ewige Liebe ist so sehr von einem klaren Konzept bedingt, wie die Wettervorhersage für in 14 Tagen. Ewige Liebe ist ewig währende Monogamie, wobei beide Partner darüber immer glücklich gewesen sein müssen. Möglich? Ich kenne so ein Paar nicht. Aber ich will gerne beweisen, dass es möglich ist. Ja, ich finde schöne, romantische Ideale, die ein positives Ziel verfolgen, sind immer wünschenswert.

Warum sind 28 Fragen zu viel? (ebd.)
Nur ein wahrer Blogger beherrscht die Kunst des Fragens nach Inhalten zu jedem scheinbar noch so totlangweiligen, inhaltslosen Topic. 28 Fragen zu viel?
Ein wahrer Blogger stellt einfach noch eine 29. Frage. Weil er es kann.

Blogger seien Selbstdarsteller, heißt es oft. Warum stimmt das – und ist das schlimm? (ebd.)
Alle Menschen sind Selbstdarsteller. Das stimmt, weil sie niemand anderes darstellen können, als sich selbst. Und für die Show hat jeder eine eigene Bühne. Blogger sind arbeitslos, haben viel Freizeit und einen Computer: Deshalb ist das Bloggen ihre Bühne. Schlimm? Nein. Schlimm sind immer nur die Anderen. Das weiß doch jeder!

Warum machst Du bei dieser Nummer mit? (ebd.)
Mitgehangen, mitgefangen.

Wie löst Du zwischenmenschliche Konflikte? Offensiv, defensiv oder gar nicht? (ebd.)​
Ich löse meine Konflikte, wie ein gutes Basketballspiel: Als Centerspieler wird dir solange, bis der Ball am Korb ist, verhältnismäßig wenig Beachtung geschenkt. Du musst nur warten, bis der Gegner seinen Ball zu hart schmettert oder daneben wirft -ZACK! machst du ihn zu deinem eigen, überraschst deinen Blockwart und ziehst elegant an allen vorbei, um deinen Punkt zu machen.
Wenn die gegnerische Mannschaft zu schwach ist, oder aber plötzlich Handball oder Fußball spielen will, lasse ichs gut sein. Man muss nicht jedes Match gewinnen.

Noch Fragen?
Dann lest meinen Blog ;-)

Foto von Ryan McGuire

Dienstag, 8. März 2016

MamaGedanken
Warum Fit unser Skinny ist


Spinat macht schön - wusste schon Popeye


Männer

Männer haben etwas, wovon ich manchmal gern mehr hätte: Testosteron. Natürlich nur in Maßen, ich mag meine Äpfel auf dem Teller und nicht unterm Kinn. Aber so ein bisschen mehr Selbstbewusstsein, dieser breitbeinige "Ich bin ein Mann von Welt" - Gang, dieses selbstsichere sich auf jeden Stuhl setzen, als wenn es ein Thron (sein Thron!) wäre: Das hat was. Am meisten beneide ich Männer um dieses Selbstbewusstsein, wenn es um ihre Selbstzufriedenheit geht. Maßgeblich in puncto Aussehen. Männer schenken ihrem reflektierten Gegenüber wenig bis null Beachtung. Es ist ihnen auch häufig ziemlich egal, ob sie groß oder klein, dick oder dünn, weich oder fest, haarig oder glatt sind: Die meisten finden sich ziemlich in Ordnung, so wie sie sind (ja, das finden wir zu Recht oft erstaunlich. Aber wir gucken ja auch länger und öfter hin, als sie, die so schnell mit ihrer Morgentoilette fertig sind, das sie mit Sicherheit ohne Probleme auch ein fremdes Gesicht gewaschen hätten - wenn überhaupt). Je älter sie werden, desto eher trifft das zu. Das "Sich-selbst-in-Frage-stellen" - Programm wird irgendwann einfach beendet. Und damit ist gut. 

Frauen

Amüsiert beobachte ich Teeniemädels, die scheinbar grade entdeckt haben, dass auch Schaufenster reflektieren, und duckface-mimend von Fenster zu Fenster schlendern, um sich selbst abzuchecken. Sie merken nicht, wie albern sie dabei aussehen. Sie tun einfach, was (manche) Frau tut: Sich vergewissern, dass sie gut aussehen. Oder sich hinterfragen, ob sie gut aussehen. 
Frauen - je jünger, desto eher - beschäftigen sich täglich mit ihrem Aussehen. Und natürlich mit dem Aussehen anderer. Sie vergleichen sich, versuchen sich einzunorden. Und sind regelmäßig frustriert. Unzufrieden. Manchmal sogar schier verzweifelt. 

Töchter

Ich habe zwei Töchter. Ich wünsche ihnen beiden breitbeiniges Selbstbewusstsein. Ich wünsche ihnen das Gefühl, dass jeder Platz ihrer ist, jeder Stuhl ein Thron sein kann. Doch ich weiß: Wünschen allein nützt nichts. Ich tue also etwas. Für ihr Selbstbewusstsein. Nummer eins: Ich muss an meinem eigenen Selbstbewusstsein arbeiten. Wohlfühlen, so wie ich bin, so wie ich aussehe: Das ist nicht jeden Tag so leicht, wie für die Herren der Schöpfung. Ich bin eitel, aber ich bin auch noch immer "die kleine verletzte June, die zu Hause vor ihrem Spiegel steht und weint" - Zitat einer Freundin, aus unseren pseudopsychologischen Therapiestunden. Sie hat ein bisschen recht. 
Was kann ich noch tun?

Das starke Geschlecht zelebrieren

Statt zu lästern, wenn man eine Frau sieht, die nicht den eigenen Mode- oder Figuridealvorstellungen entspricht, sollte man entweder gar nichts sagen oder deren Individualität und Einzigartigkeit herausstreichen. Dafür muss ich nicht lügen. Mir fallen Frauen ein, die einen unmöglichen BMI haben, und dazu das unverschämt hübscheste Gesicht. Und umgekehrt. Am meisten muss ich aber dem starken Geschlecht in unseren eigenen Reihen Bewunderung schenken.. Frauen, die ihren Körper lieben, seine Kraft und seine Ausdauer schätzen. Sportlerinnen und Bodybuilderinnen gleichermaßen schätzen ihren Körper, er ist nicht ihr ständig blutender Feind, sondern ihr perfekt auf ihre Interessen ausgerichteter Begleiter und Partner. Sie lieben ihr Aussehen, und mehr noch: Den Körper, den sie geschenkt bekommen haben. Sie haben viel Arbeit in ihn investiert, und diese Arbeit zahlt sich aus: Durch enorme Kraft, oder Geschwindigkeit. Durch große Leistungsfähigkeit, Ausdauer und Gesundheit. Sie haben den Dreh raus: Und ich will das auch. 

Skinny is dead

Mager ist bei mir out. Ihr dürft mir glauben, ich habe beide Seiten kennengelernt: Sehr schwere bei fast 90kg und ziemlich leichte bei knapp über 60kg. Nach der Schwangerschaft wurde das Thema "Körper" eine Kampfangelegenheit: Der Schwangerschaftsspeck war schnell weg, aber meine frühere Figur auch. Ich war zum Glück nur ein paar Jahre lang frustriert. Mit den Jahren hat nämlich ausgerechnet mein Kind mich locker gemacht. Ich liebe nämlich ihren Körper, und der ist athletisch, groß, stark und alles andere als zierlich. Das heißt nicht, dass sie dick wäre oder irgendwie ungesunde Ausmaße hat. Es heißt nur, dass sie kein Vögelchen ist. Ihre Power ist meine Inspiration. Ich könnte es mir selbst nicht verzeihen, wenn ich meiner Tochter nun dieselben Frauenideale eintrichterte, die mich jahrelang beherrscht haben. Die haben alle überhaupt nichts mit ihrer Energie, Lebensfreude, Kraft und Körperlichkeit zu tun!

Stark & Glücklich

Meine Tochter soll Spaß an ihrem Körper haben. Sie soll ihn genießen und schätzen lernen, wie einen guten Freund. Sie soll sich über ihre Muskeln freuen und sie nicht hassen, so wie ich es lange Jahre bei mir selbst tat. Sie soll ihre breiten Schultern als tragfähig erleben und ihren selbstsicheren, ungezwungenen Gang fröhlich in die Welt mitnehmen. Wer wäre ich, der ihr dann Germany´s Next Topmodel zeigt? Oder klassische Frauenmagazine mit Size 0 Models darin in der Wohnung hat? Wer wäre ich, wenn ich nicht genau das, was meine Tochter ausmacht, hier daheim zelebriere? 

Ich liebe meine Tochter genauso wie sie ist. Es wäre ein unendlicher Jammer, wenn sie das eines Tages nicht täte. Meine Tochter ist Kraft, Ausdauer und Power. Und deshalb ist bei uns FIT unser Skinny.






P.S. Foto von Ryan McGuire, gratisography.com

Donnerstag, 3. März 2016

Shopzorzismus
Wie du mindestens 25.303 Euro sparst!

Neues Kinderbuch gefällig?



Shop til ya flop

Ich gehe ungern einkaufen! Ja. Ich lasse diesen Satz einfach mal wirken. Für einen besonders dramatischen Effekt sei hinzugefügt: Ich gehe ungern für mich einkaufen! Ich hasse es geradezu!
Ein Beispiel dafür, wie sehr ich mich mit Entscheidungen quäle, die den Kauf nützlicher Dinge für mich betreffen: Ich suche einen Wintermantel. Ich trage ersatzweise die zwei meines Mannes. Abwechselnd. Seit 2013. Er hat zwei, weil ich sie nicht für mich kaufen musste. Ich habe keinen. 
Wie gesagt: Ich gehe ungern für mich einkaufen.

Ersatzhandlung

Da ich aber so viel Lebenszeit auf der Suche nach einem Wintermantel insbesondere bei Amazon verschwende, verliere ich mich dort regelmäßig in den virtuellen Regalmetern des Amazonas:
Da gibt es einfach die tollsten Sachen! (Nicht für mich, aber für dich vielleicht?) Manchmal kaufe ich dann etwas, das ich nicht brauche. Fehl-inspiriertes Shoppen nennt sich das. Aber es macht mehr Spaß, als den einen Wintermantel unter den tausend verfügbaren Mänteln zu finden: Es ist, wie Single sein und den Traumman(tel) nicht finden.

Shoppinglist

Wer jetzt wissen will, wie er 25.303€ mindestens sparen kann, der darf in meine neueste Shoppinglist hineinstöbern und sich einfach entscheiden: "Das kauf ich heute mal nicht". Auf diese Art spare ich täglich tausende von Euros! Und ihr könnt das auch! Hier goes it los:


Hit-Artikel Nr.1
"...und das soll Literatur sein?"


Nein - dieses Buch für 7,99€ erhebt nicht den Anspruch einer kritischen literarischen Prüfung standhalten zu können. Es erhebt den Anspruch, Menschen mit sexuellen Verklemmungen zu helfen, ihren Humor wiederzufinden. Nichts ist lustiger als ein menschlicher Elefantenrüssel! Wer Sex nur als problematisch kennengelernt hat, wird das Streichelzooerlebnis in diesem Buch wertschätzen. Fazit: Pädagogisch wertvoll? Nö. Therapeutisch wertvoll? Ja!




Hit-Artikel Nr.2
"...Deo war gestern."

Diesen Artikel darf man einfach nicht verpassen! Wie viel Geld haben wir jahrelang für Deodorants, Seife und Wasser ausgegeben, um dem lästigen Achselgeruch Herr zu werden? Diese Verschwendung hat ein Ende! Für nur 65,50€ kann man quasi im Einmalwaschgang dem Achselodor ein Schnippchen schlagen: Einfach die Basenkissen vorm Bürogang unter die Arme knallen und ein frischer Tag kann beginnen!
Fazit: Revolution für Grotten, denen wir nur Geld hinterher werfen!




Hit-Artikel Nr.3
"...aus gegebenem Anlass"

Darauf habe ich mein ganzes Leben lang gewartet! Wer wollte sich nicht schon immer mit einer Hitlerfratze den Allerwertesten abwischen? Die unendliche Vielfalt der Verachtung mit diesem Shitler-Toilettenpapier für 6,76€ endlich auszudrücken, das ist eine großartige Sache. Nimm das Hitler!
Fazit: Seelenfrieden beim großen Geschäft - hiermit machbar!







Hit-Artikel Nr.4
"Für alle Fälle Gurt"



Kennt ihr das? Ihr könntet bei Freunden im Auto mitfahren, aber die Rückbank hat nur Gurte für 2 Personen? Wenn du nicht das dritte Rad am Wagen sein magst und nach Hause laufen keine Alternative für dich ist, dann kauf dir das: Den Gurt! Er geht auf und zu, praktischer Weise auch zu und auf. Er ist handlich und passt in jede Discotasche. Egal ob im Bus, in der Bahn oder in der Mitte der Rückbank: Mit diesem praktischen Gurt kannst du dich in gefühlter Sicherheit wägen, einfach um die Taille rum und schnapp: Vermeintlich sicher! Toll. Auch rutschende Hosen und platzende Koffer lassen sich mit diesem Allrounder super sichern. Fazit: diesen Artikel für schlappe 24,95€ sollte jeder besitzen!



Hit-Artikel Nr.5
"Weil Lachen die beste Medizin ist"


Diese aufblasbare Gehhilfe für 9,98€ ist gar nicht so blöd, wie sie auf den ersten Blick aussieht: Denn während sich die meisten Großeltern im Pflegeheim nur von Häkeldecke zu Häkeldecke flüchten und das stumpfe TV Programm vom WDR ertragen müssen, bringt diese Gehhilfe mit Sicherheit Stimmung in die Bude! Man stelle sich mal das befreiende Lachen in der Gerontologie vor, wenn ein Opa nach dem anderen versucht, sich auf dieses Ding zu stützen und dabei lustig hinfällt? Eine tolle Idee, besser als jeder Krankenhausclown!
Fazit: Lachen ist gesund & Schadenfreude die reinste Freude.



Hit-Artikel Nr.6
"Wer zuletzt lacht....lacht zuletzt"


Wo wir grade über Gerontologie sprechen: Manche Themen muss man einfach mit Humor nehmen, weil sie anders zu traurig wären. Wenn Oma oder Opa ihren 85. feiern und alle Geschwister, Onkel, Tanten und Freunde tot sind: Dann kann weder der kopfhörerdauertragende-in-sein-smartphoneversunkene Enkelnachwuchs, noch die beim Quartalsbesuch zur Schau getragene Scheinanteilnahme des eigenen Nachwuchses über die eigene Einsamkeit hinwegtrösten. Dann hilft zuletzt dieser Humor. Es lebe der letzte Dinosaurier! Fazit: Traurig, aber besser investierte 5€ als deine sterbenden Blumen oder Pralinen, die Opa auf Grund von Diabetes eh nicht essen darf!





Hit-Artikel Nr.7
"Bitte nicht füttern"

Ich stehe drauf! Wer wie ich ein riesiger Urzeitfan ist, wird diese Artikel bei Amazon lieben: Lebensechte Dinosaurier. Dieser Triceratops ist stolze 8 Meter lang und passt somit grade so eben ins Wohnzimmer, einen Garten hab ich leider nicht. Alle seine Freunde sind auch tot: Aber der Mythos lebt! Für nur 21.129 € und 99 Cent auch in deinem Garten! 
Fazit: Was gibts da nachzudenken? Kaufen & auf Trixis Rücken bis in die Unendlichkeit reiten!



 Hit-Artikel Nr.8
"Urzeit für das kleine Budget"

Ich gebe zu, dass nicht jeder  21.000€ für einen fremden Dinosaurier ausgeben würde. Können ist ja das eine, aber wollen - das geht vielleicht zu weit. Wo soll der auch hin mit seinen 8 Metern? Um dennoch so ein schönes Urzeitfeeling für zu Hause zu bekommen, kann man mit diesem Artikel für nur 29,50€ nichts falsch machen: Diese drei winzigen Bäume aus vergangenen Zeiten sind frisch aus dem Genlabor von Mendel und warten nur darauf, euren Balkon zu schmücken. Fazit: Zum Glück wurde eine Mücke im Baumharz eines Berg-Mammutbaumes gefunden. Die Mücke wurde entsorgt, der Baum konnte für die Gegenwart gerettet werden!


Hit-Artikel Nr.9
"SM Studio für Hartgesottene"

Ein bisschen Spaß muss sein...tja, für eine Welt voll Sonnenschein sorgt dieses ausgefallene Sexspielzeug, das ich bei den Einwegartikeln für medizinische Einrichtungen gefunden habe, was natürlich Mediziner betreffend viele Fragen aufwirft, aber gut....Wer auf Bondage & Peitschen-schläge steht, wird diese Katheterisierungs-Simulation lieben, sie gehört mit Sicherheit zu den Königsdisziplinen des sadistischen Rein-Raus-Spiels, kostet deshalb auch stolze 688,90€. Fazit: Only for Experts! Geschultes Personal bevorzugt.




Hit-Artikel Nr.10
"Ganz andere Doktorspiele"

Wem der Sex-Katheter eine Nummer zu krass ist, dem dürfte diese Lovedoll Stunden voll Lust & Spaß versprechen. Während am hilflos-ausgelieferten Gesichtsausdruck der Med-Puppe noch gearbeitet werden darf (Note an den Hersteller), ist der anatomisch korrekte Körper dieser Puppe eine echte Erlebnisreise! Chem-Sex, Shemale, mit oder ohne Gedärme: Hier ist sexuell alles möglich - natürlich hat so viel Spaß seinen Preis, aber ich denke, die 1.920,54€ sind es wert! Fazit: Tüte über den Kopf des Wehrlosen - und ab geht die Lutzi, wie man sieht: Auch für Paare geeignet!



Hit-Artikel Nr.11
"Nebenwirkungs-Simulator"

Aller Spaß hat ein Ende. Mit diesem Simulator für 1.164, 96€ kann ein jeder lernen, welches Ende der Spaß nehmen kann - und was Frau damit zu tun hat. Auch wenn das Zubehör dieses Sex-Nebenwirkungs-Simulators ein wenig creepy ist, gehört das nun einmal zur modernen Aufklärung dazu.
Fazit: Learning by doing - war ich schon immer dafür!





Hit-Artikel Nr.12
"Kama, Karma, Kacka..."


Dieser Artikel für nur 9,99€ wird stundenlang für Gesichtsmuskelkater sorgen, das verspricht allein der Titel! Schon die Artikelbeschreibung ist ein echtes Highlight, hier ein Zitat: "Jedes Mal, wenn die Toilettentür von innen geschlossen wird, steht ein einzigartiges, unvergleichliches Ereignis bevor. " Traumhaft, oder? Ich wusste, dass alles, was wir Menschen produzieren, irgendwie eine geheimnisvolle innere Kraft hat, die es nur herauszufinden, ja, herauszuholen gilt. Befördert euer Bewusstsein mit dieser Lektüre frei Klohaus in andere Sphären: Und genießt den Abgang!
Fazit: Kacka war nie so schön!



Hit-Artikel Nr.13
"Schöne Bescherung"
Keine Ahnung was man dem Chef oder den Schwiegereltern zu Weihnachten schenken soll? Mit diesem geschmackvollen Präsent sorgt ihr auf jedenfall für eine schöne Bescherung. Was ihr schon immer mal unter die Nase reiben wolltet, was ihr schon immer Ausdruck verleihen wolltet, was beim Frühstück jahrelang unausgesprochen blieb: Mit diesem Nutella-Ersatz erübrigen sich alle Worte, der Artikel "Stuhlgang" steht für sich!
Fazit: Unglaublich sinnvoll investierte 4,95€!





Hit-Artikel Nr.14
"Für den Nihilisten in jedem von uns"

Wem 5€ zu viel für ein exklusives Weihnachtsgeschenk sind, der sollte zu diesem Artikel für 1,50€ greifen. Geistreich ist GarNichts definitiv kein teurer Spaß und verspricht jedem rasche Hilfe bei keiner Krankheit! Wenn das nichts ist, kauft es!
Fazit: GarNicht zu verachten, dieses Produkt von hexenanal.






Hit-Artikel Nr.15
"Wenn wieder Montag ist"



Jeder weiß, wie schwer es ist an einem Montag die Spuren vom Wochenende zu verwischen. Warum nicht mal mit dem unfrisch-aus-dem-Bett Look mitgehen? Go with the unflow! Mit dieser Haarpomade machst du deinen montags-aus-der-Gruft Look perfekt - niemand wird sie in Frage stellen, deine Haare & ihren monstermäßigen Halt! Nur hier und das für gruftige 19,56€.

Fazit: Montagsmäßiges Angebot - zugreifen!







Hit-Artikel Nr.16

"Wenn Aufstehen keine Alternative ist"


Alles hat seinen Preis, aber mit 6,99€ ist dieser Urinierhelfer unschlagbar günstig! Man stelle sich die unendlichen Einsatzmöglichkeiten vor: Eine spannende Szene im Kinofilm, ein wichtiges Meeting im Büro, die Hochzeit deines besten Freundes, Sex...es gibt so viele Gelegenheiten, wo Aufstehen einfach keine Alternative ist. Mit Uriwell heißt es frei nach Goethe "Augenblick verweile doch"...man sieht an den glücklichen Gesichtern der Werbemodels, wie wichtig diese kostbaren Augenblicke in ihrem Leben sind!


Fazit: Wer den Augenblick nicht ehrt, ist die Phase nicht wert. Kaufen!




Hit-Artikel Nr. 17
"Stilvolles Geschäft"

Wer so wie ich findet, dass moderne Hotels und Bürokomplexe mit erstaunlich langweiligen, very-yesterday-ischen Kloschüsseln aufwarten, der wird diesen absolut minimalistischen Klokomplex lieben! Diese ambitionierte und mutige Form, dieser rebellische Unterton, das Aufheben konventioneller Wände und Grenzen, diese visionäre Ertüftelung eines Klos von Dimension: Einfach nur genial! Dass diese Toilette als Sklaventhron verkauft wird, stört den avantgardistischen Toilettenbesucher nicht: Wir wissen, was Kunst ist, wenn wir es sehen. 
Fazit: Der Picasso unter den Toiletten - für 199€ ein Schnäppchen!
Benutzen oder an die Wand hängen: Das bleibt euch überlassen!



Hit-Artikel Nr.18
"Bilder des Grauens"


Ich muss leider mit diesem Artikel schließen, weil er mich so unglaublich neugierig gemacht hat. Was können das für Bilder sein, zu denen man nicht friendly-hands machen soll? Was hat der riva Verlag zu veröffentlichen, das man dem Buch nicht einmal einen vernünftigen Titel geben kann. Was hat das Coverfoto mit den Inhalten zu tun? Sind alte nackte Männer im Eiswasser die Krönung der sexuellen Abkühlung? Was kommt da noch?
Fragen über Fragen: Eins ist klar - allein bei Amazon haben 27 Kunden der Versuchung nicht widerstehen können und mussten die 6,99€ investieren, um an dieses Buch und seine geheimnisvollen Bilder zu kommen.
Fazit: Für Neugierige und Entdecker - mit Sicherheit grauenhaft!



Wer mitgerechnet hat, dürfte auf eine Summe von 25.303€ und ein paar Zerquetschte kommen.
Geld von dem ihr Dank mir wisst, dass ihr es nicht für oben aufgeführte Artikel ausgegeben habt!

Bedankt euch später, ich bin da ganz bescheiden.