Samstag, 20. August 2016

PhiloJune
5 Einstellungen, die dich runterziehen

Hier gibts heute 5 x Erleichterung, Aufatmen und gute Laune auf die Guckkullern, also mitlesen und teilen: Ihr könnt die Welt verbessern und euer runtergezogenes Dasein liften!


Janas Eis hatte schon bessere Tage erlebt....


1. Du willst einfach nur glücklich sein

Das ist das Mantra unserer Zeit und du hast es gierig in dich aufgenommen, ohne darüber nachzudenken, ob das überhaupt Sinn macht. Schon der Satz ist völliger BS. Warum?
Es ist eben nicht einfach glücklich zu sein. Und was heißt "nur"?
"Ich will einfach nur glücklich sein" ist ungefähr ein so konkreter und realistischer Wunsch, wie
"Ich will einfach nur meine Bestimmung kennen". 
Das einzige was einfach und ganz klar festzustellen ist: Wenn Glück dein Ziel ist, such dir ein neues!
Glück kann man nicht konstruieren, kann man sich nicht herbeisehnen, kann man nicht fühlen, weil man Lust dazu hat. Es gibt ellenlange philosophische Abhandlungen darüber, was Glück überhaupt ist. Wenn du frustriert vor deinem PC/Fenster/Partner hockst und denkst "Ich will einfach nur glücklich sein", frage ich dich: "Was ist denn Glück?" Wenn du diese Frage sofort beantworten kannst, hast du wahrscheinlich mit "Ausschlafen", "Urlaub", "Fettabsaugen", "der neue Grill" oder "reich sein" geantwortet. Okay - ausgeschlafene, fettabgesaugte Urlauber, die Zuhause einen neuen Grill haben und sich alles kaufen können, was sie wollen, sind also unter allen Umständen glücklich zu nennen? Vermutlich nicht. Tief in dir drin weißt du, dass DAS nicht ist, was du meinst. Was du suchst. Es ist nur die halbe Miete. Es ist sozusagen das "GELD" im Leben. Glück und Geld...die sind sich sehr ähnlich. Dein Fehler ist, dass du das Glücksmantra verinnerlicht hast und nichts darüber gelernt hast, was wirklich zählt. 


2. Du hast nicht gelernt zufrieden zu sein


Geld = Glück
Gesundheit = Zufriedenheit

Ist ganz leicht erklärt. Stell dir also vor, du bist dieser Mensch, der alles hat. Schlaf, Schönheit, Urlaub, nen Grill und alles, was er sich nur wünscht. Nur Gesundheit hat er nicht. 
Gesundheit ist sozusagen greifbare Zufriedenheit. Und ohne die ist alles Geld/Glück der Welt wertlos.

Leider ist Gesundheit absolut out und unattraktiv, anders als Geld und Glück. Sieht man an den in Markenklamotten erstickenden Kids, die besoffen, bekifft und gestoned ihre Gesundheit verachten, weil sie das kurzfristige Glück irgendwie geiler finden....bis sie halt krank werden.

Zufriedenheit ist einfach unsexy. Oma ist zufrieden. Dabei hat die nichtmal ein Leben! Finden ihre Enkel und jagen das Glück. Dabei hat Oma unterm (Summen-) Strich ALLES. Da müssen die Kids noch Jahre auf dem Planeten Leben einsammeln, ehe sie da ankommen, wo Oma ist.

Zufriedenheit....sie ist die kluge, große und alte Schwester vom kleinen, frischen, quirligen Glück. 
Sie ist ein bisschen langweilig. Sie ist ein bisschen eingestaubt. Sie ist ein bisschen spießig.
Aber sie ist auch beständig. Es ist richtig leicht, sie zu finden, sie sitzt immer an der gleichen Stelle im Wohnzimmer und wartet darauf, sich warm und wohlig auszubreiten. Sie ist so ein richtig schönes, tiefes, rundes Gefühl. Mega unsexy, aber eben auch mega bequem. 

Glück hingegen ist quirlig. Sie ist wild. Und sie kann fliegen! Sie ist die Superheldin von den beiden. Leider ist ihre große Stunde immer nur, wenn Action angesagt ist. Außerdem muss sie richtig was leisten, um am Ende groß rauszukommen. Je älter sie wird, desto mehr muss sie tun. Außerdem sind ihre alten Stunts irgendwann so fad, so abgelutscht, so yesterday. Glück, so richtig frisches, lebendig machendes, großes Glück, das gibts nicht einfach so. Das wartet nicht im Wohnzimmer. Superhelden sind so nicht. Die tauchen auf und wieder unter. Wenn man sie mal sieht, sollte man sich irre freuen. Den Moment genießen! Und danach wieder auf die Zufriedenheit bauen. Irgendwann taucht das Glück mit der Superheldennummer wieder auf, aber solange ist eben Zufriedenheit am Zug. Hält dich warm. Hält dich aufrecht. Hält dich gesund. Hält dich im Gleichgewicht. 

Zufriedenheit ist die Lordosestütze unserer Seele, 
Glück ist der Frischekick für Zwischendurch. 

Wenn du nicht zufrieden sein kannst, zum Beispiel, weil du gesund bist, dann lerne das. Sei zufrieden weil du hier bist, hier - und nicht da. Irgendwo zerbombt. Hungrig. Durstig. Dreckig. Du weißt schon. Genieße, dass deine Kinder leben und gesund sind. Dass sie viel Grund zum Lachen haben. Dass ihre Superheldin Glück sie noch kinderleicht fast jeden Tag zum Strahlen bringt. Genieße die Beständigkeit, das Altbekannte, das Hier und Jetzt. Sei zufrieden mit dem, was du gemeistert hast. Hej - du hast überlebt! Du hast es geschafft! Keine Ahnung was...du hast den Streit mit deinem Ex überlebt. Noch dazu die Trennung. Und es war deine dritte. Du hast Geburten überlebt. Blamagen. Schlechte Zensuren...oh ja, du hast deine eigene Pubertät überlebt! Und du wurdest auch nicht Kollateralschaden einer anderen Pubertät. Hurray - celebrate the unsexy Zufriedenheit!

Die Zufriedenheit ist die Summe alles Guten. In die Rechnung fließt sogar das Glück mit ein.
Das heißt, dass am Ende, unter dem (Summen-) Strich immer = Zufriedenheit herauskommt.
Frag Oma: Die weiß das!

3. Du urteilst schlecht über andere und somit über dich!


Boah ist die fett geworden!
Oh Gott ist der alt geworden!
Die hat überhaupt keinen Geschmack!
Der kann sich wohl nichts Vernünftiges zum Anziehen leisten?
Der ist geizig!
Der will doch arbeitslos sein!
Die kann doch nichts!


Wenn du schlecht über andere Menschen denkst und urteilst, werden deine Worte dich eines Tages (oder unmittelbar) wie ein Boomerang treffen. Alles, was du über andere Menschen denkst, alles was du über sie sagst, ist ein Boomerang, den du in die Welt wirfst. Irgendwann kommt er zurück. Bist du bereit ihn aufzufangen? Ihn anzunehmen?
Kannst du damit leben, dass du "fett geworden bist"? Oder trifft dich das hart und eiskalt? Verletzt dich das, weil du andere verletzt hast?
Kannst du damit leben, mal arbeitslos zu sein? Oder haut dich das um, wenn es dich trifft? Weil du schlecht über Arbeitslose denkst?
Kannst du dir selbst ins Gesicht schauen, wenn es schlaffer und faltiger wird, ohne es zu hassen? Kannst du dein Alter annehmen? Oder schmerzt es dich, dich so zu sehen? Weil du jahrelang nur mit negativen Gefühlen auf das Altern geschaut hast?

Wenn du zu den Menschen gehörst, die sich lästernd wohl fühlen, rate ich dir, dich zu ändern.
Wenn nicht für die anderen, dann für dich selbst.
Wir sind nicht fehlerfrei. Irgendwann sitzen wir alle mal in genau dem Glashaus, auf das wir früher von außen munter Steine geworfen haben. Freunde dich lieber mit den Facetten des Lebens und des Menschen an. Versuche das Positive zu sehen. 

Wenn du nichts Gutes zu sagen hast, lass es.

Wenn du nichts Gutes zu denken hast: Dito.

Du wirst sehen - wenn du dich vom Lästern und Verurteilen befreist, wirds dir selbst leichter ums Herz. Nicht, weil du ein buddhistisches Hoch erreichst. Sondern weil du mit dir selbst wieder freundlicher bist. Automatisch. Versprochen!


4. The grass is greener on the other side


Neid. Neid ist zum Teil in dir angelegt, zum Teil ist er aber auch anerzogen. Gegen den "konditionierten" Neid kannst und solltest du etwas tun. Denn er hilft dir nicht. Er zieht dich runter. Schlimmer noch: Er kann sogar andere runterziehen. Neidische Menschen sind manchmal derart schlecht auszuhalten, dass ihre Liebsten sich von ihnen abwenden. Von Neid zerfressen: Das muss dir nicht passieren! Du kannst die ollen Neidmotten tatsächlich mit ein paar hausgemachten Lavendelbeuteln loswerden. Damit sie dir dein schönes Selbstwertgefühl nicht durchlöchern!

Geht so:
Nimm dir einen Zettel. Und schreib auf, wofür du dankbar bist.
Sic! Dankbarkeit ist dein Lavendel. 
Wenn dir spontan nichts einfällt (arbeitslos, fett, alt, nicht im Urlaub, keinen Grill, nicht reich...), helf ich dir weiter.

DANKBARKEIT...

1. Ich kann schreiben.
2. Ich kann lesen.
[ergo = ich hatte das Glück diese beiden großen Fähigkeiten zu erwerben. Ich kann jetzt schriftlich mein Herz ausschütten. Und ich kann Bücher lesen, die mir was bedeuten und mich berühren]

3. Ich lebe. Ich bin hier.
4. Ich habe ein Dach über dem Kopf.
5. Ich habe keinen Hunger. Ich habe nur Appetit.
6. Ich habe keinen Durst. Ich trinke aus Lust.
7. Ich kann mich mitteilen.
8. Ich kann denken.
9. Ich kann mir Hilfe organisieren.
10. Ich bin ich.

Von da geht es weiter...wer ist "Ich"?
Eben hatte ich es schon erwähnt...Ich kann auch ein Survivor-Typ sein. Der, der mit 40 Jahren sagt "Warum passiert mir immer so eine Scheiße?" kann auch von sich sagen "Ich handle aber auch seit 40 Jahren all diese Scheiße". Manchmal geht es im Leben darum, den Blickwinkel zu ändern. Das Gras ist auf der anderen Seite grüner - aber nur aus deiner Perspektive. Du steckst nicht in den Schuhen vom Gärtner nebenan. Kann sein, dass du gar nicht der Typ für so viel grün bist. Dass du gar nicht leisten kannst oder willst, was für so viel grün notwendig ist.

Führe deine Liste fleißig fort. Nimm den Zettel ruhig mit, wenn du unterwegs bist. Es könnten auch Punkte darauf, wie "Dass es Sommer gibt." oder "Dass ich angelächelt werde". Egal, was es ist, dass dich dankbar macht - schreib es auf. Denk drüber nach. Investier in diese Dankbarkeit. Sie wird dir helfen, dich aus dem eisernen Griff des Neides zu befreien. Na ja, oder zumindest wird es helfen, den Griff immer dann zu lockern, wenn er grade beginnt, dir die Luft abzuschnüren. Versprochen.
Diese Liste der Dankbarkeit wird mal Gold wert sein!

5. Realität, bitte!


Der letzte Punkt, der dich vermutlich runterzieht, ist die Realität. Ihre bloße Existenz = da draußen, aber nicht in dir drinnen! In dir drinnen sind Ideale. Idealvorstellungen. Mogelpackungen, die dir die Werbung, oder die Lügen deiner Eltern, oder die schlechten Vorbilder deiner Kindheit, oder dieser eine bewundernswert verrückte Mensch von damals, oder Hollywood & Co. dir eingetrichtert haben. Ganz ähnlich, wie bei dem Glücksmantra, kann man auch anderen BS in sich reinstopfen und ein Leben lang daran glauben. Zum Beispiel, dass es die wahre Liebe gibt. Es ist nicht so, dass es sie nicht gibt. Aber es ist auch nicht so, dass es sie geben muss. Das ist wie mit Gott. Es ist nicht bewiesen, dass es ihn nicht gibt. Es ist aber auch nicht bewiesen, dass es ihn gibt. Du kannst an ihn glauben, du kannst ihn suchen, du kannst akzeptieren, dass andere an ihn glauben und du kannst sagen, den gibts nicht. Alles legitim. Aber schneide dir mit deiner Position nicht ins eigene Fleisch! Wenn er dir begegnet, sag nicht "Den gibts gar nicht, ich halluziniere! Was war in dem Kaffee drin?" Sag: Hej....boahh...das ist...das ist GOTT!!!!! (= Liebe)
Und wenn du ihn nicht persönlich triffst, dann sag halt: Ich glaube an andere Dinge. Aber ich glaube. (= auch eine Art zu lieben!)
Die Realität ist, dass das Leben dir ständig Gelegenheit bietet, sie anzuerkennen. Sie anzunehmen. Du musst nicht an deinen Idealvorstellungen festhalten. Du solltest dich an der Realität orientieren. Die schützt dich zum Beispiel davor, immer wieder mit denselben Blödmännern im Bett zu landen. Sie schützt dich auch davor, jemand zu sein, der du einfach nicht bist. Sie hilft dir außerdem, deine Stärken und deine Schwächen zu erkennen. Und sie hilft dir, nicht nur die Leute rauszufiltern, die den Fokus auf deinen Schwächen haben. Die Realität ist eine wenig beachtete Gefährtin, die nichts anderes im Sinn hat, als uns auf Kurs zu bringen. Sie ist wie ein gut geeichter Kompass, aus dem wir leider allzuoft die Nadel entfernen, um dann irritiert auf N - O - S - W zu starren und zu klagen "Der hilft mir jetzt auch nicht weiter". Realität möchte nicht mit Wahrheit verwechselt werden. Sie erhebt Anspruch auf Objektivität, das heißt vor allem Messbarkeit.
Wenn du der Realität die Chance gibst, sich an deinen Mogelpackungen vorbeizudrängen, dann hat sie wiederum die Chance, dich weiterzubringen. Nicht nur auf Kurs, sondern vorwärts. Denn wenn du die "Szenen einer Ehe" abschüttelst, kann da ne richtig runde, selbstgemachte Sache draus werden.
Denk an die hässlichen Tongefäße deiner Kinder, wie stolz sie auf diese peinlichen Kultobjekte einer jeden Elternwohnung sind...sie sind stolz, und du voller Liebe. So ist das mit der Realität - die braucht kein WMF oder Rosenthal, um zu punkten. Sondern nur die richtige Sicht auf die Dinge.
Sprich: Der eine hats mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln gemacht und dir aus Liebe geschenkt. Du hast es aus Liebe mit allen dir zur Verfügung stehenden Mitteln gelobt. Ein traumhaftes Ende - so könnte dein ganzes Leben sein!

Wenn du noch mehr Perspektivwechselnde Geschichten willst, lies mal hier rein....gefällt mir voll gut und wurde erstaunlich oft übersehen. Wir sind alle gleich!


Foto as usual von Ryan McGuire, gratisography